Graubünden im Zeitalter nach Olympia und Zweitwohnungsbau

Breite Diskussion um die Avenir-Suisse-Studie zur wirtschaftlichen Zukunft des Berggebietes

Nur einen Monat nach Veröffentlichung der Avenir-Suisse-Studie «Strukturwandel im Schweizer Berggebiet» hat das «Bündner Tagblatt» den Autor der Publikation zu einem Roundtable in Chur geladen, auf dem die wirtschaftliche Zukunft Graubündens mit namhaften Vertretern aus Politik und Wirtschaft diskutiert wurde. Über den Inhalt des Gesprächs berichtete die Zeitung in einer fünfteiligen Serie mit jeweils ganzseitigen Beiträgen. Die hochkarätige Runde sowie das aussergewöhnliche publizistische Format zeigt die Bedeutung, die man dem Thema im Kanton Graubünden zumisst.

Ausschnitt der Frontseite der «Bündner Zeitung» zum Start der Artikelserie über den Strukturwandel im Berggebiet. (pd)

Ausschnitt der Frontseite der «Bündner Zeitung» zum Start der Artikelserie über den Strukturwandel im Berggebiet. (pd)

«Letztlich geht es darum, dass man in der Peripherie leben kann.» Damit trifft der Bergbauer Robert Heinz, BDP-Grossrat im Kanton Graubünden aus Avers-Cresta auf 1958 m.ü.M., den Kern der Problematik. Wie diese Herausforderung jedoch zu meistern sei, darüber gehen die Meinungen auseinander. Heinz diskutierte mit am «BT-Stammtisch», an dem sich u.a. die Regierungspräsidentin Barbara Janom Steiner sowie zahlreiche Exponenten der Bündner Wirtschaft und Politik beteiligten (vgl. Box unten). Die hochkarätige Runde setzte sich intensiv mit den Analysen der Studie sowie den Schlussfolgerungen auseinander, die Daniel Müller-Jentsch als Autor der Publikation gezogen hatte. Nach der Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative und dem Nein zur Olympia-Kandidatur sind neue Ansätze zur Bewältigung des Strukturwandels im Berggebiet erforderlich. Diesbezüglich finden sich in der Studie von Avenir Suisse zahlreiche Vorschläge, die von den Teilnehmern des «BT-Stammtischs» konstruktiv, bisweilen auch kontrovers diskutiert wurden.

Bereits vor zwölf Jahren hatte eine ähnliche Gesprächsrunde stattgefunden, damals aus Anlass unserer Publikation «Baustelle Föderalismus». Darin wurde die Umverteilung von Zentren in die Peripherie kritisiert – was Avenir Suisse damals geharnischte Reaktionen aus den Berggebieten einbrachte. Im Gegensatz dazu ist die Auslegeordnung und der konstruktive Ansatz der neuen Studie in den Berggebieten durchwegs sehr wohlwollend aufgenommen worden.

Der BT-Stammtisch

Am BT-Stammtisch zur Publikation «Strukturwandel im Schweizer Berggebiet» von Avenir Suisse in der Loungebar «Schall und Rauch» in Chur diskutierte der Autor Daniel Müller-Jentsch mit Regierungspräsidentin Barbara Janom Steiner, Vorsteherin Departement Finanzen und Gemeinden, Regierungsrat Jon Domenic Parolini, Vorsteher Departement Volkswirtschaft und Soziales, Alois Vinzens, Präsident des Wirtschaftsforums Graubünden und CEO Graubündner Kantonalbank, Stefan Forster, Leiter Fachstelle für Tourismus und Nachhaltige Entwicklung, ZHAW, Wergenstein, Peter Peyer, Gewerkschaftssekretär, Grossrat und SP-Regierungsratskandidat, Trin, Rico Tuor, VR-Präsident Medelina SA, Wirtschaftsförderer, Medel/ Lucmagn, Walter von Ballmoos, Bergführer, Unternehmer, Grossrat GLP, Davos, Robert Heinz, Bergbauer, Grossrat BDP, Avers-Cresta, und Jürg Kessler, Rektor Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur. Die Gesprächsleitung hatte Norbert Waser, stv. Chefredaktor «Bündner Tagblatt».

Teil 1/5: «Der Umgang mit dem Strukturwandel» (6. März 2017)

Teil 2/5: «Die Umsetzung von angedachten Leuchttürmen dauert zu lange» (7. März 2017)

Teil 3/5: «Das Zeitalter nach Olympia und Zweitwohnungsbau» (8. März 2017)

Teil 4/5: «Ein Campus für die autonome HTW Chur als Leuchtturm für das Exportgut Bildung» (9. März 2017)

Teil 5/5: «’Klein und fein’ genügt nicht» (10. März 2017)

Avenir Suisse: «Strukturwandel im Schweizer Berggebiet»

Schlagwörter: Infrastrukturen
Dr. Daniel Müller-Jentsch ist Senior Fellow bei Avenir Suisse. Zuvor arbeitete er als Ökonom bei der Weltbank in Brüssel. Das Studium der Volkswirtschaftslehre absolvierte er an der London School of Economics und an der Yale University. Bei Avenir Suisse beschäftigt er sich schwergewichtig mit Fragen der räumlichen Entwicklung, des Standortwettbewerbs, der Zuwanderung und des Stiftungswesens.
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