Wanderung, Wohnen und Wohlstand

Der Wohnungsmarkt im Brennpunkt der Zuwanderungsdebatte

110202_dp_wohnungsmarkt_cover_400
Avenir Suisse, Zürich 2011, 46 Seiten

Mit der anhaltenden Zuwanderung ist der Wohnungsmarkt ins Zentrum einer Debatte gerückt, die zunehmend emotional geführt wird. Befürchtet wird, dass das Wohnen für breite Schichten der Schweizer Bevölkerung unerschwinglich wird, vor allem auch für den Mittelstand.

Das Diskussionspapier «Wanderung, Wohnen und Wohlstand» wirft einen vertieften Blick auf den Schweizer Wohnungsmarkt und kommt zu teilweise überraschenden Schlüssen. Zwar sind die Mieten seit 1970 tatsächlich gestiegen, die Löhne wurden aber gleichzeitig weit stärker erhöht. Der Mittelstand konnte diese gestiegene Kaufkraft auf dem Wohnungsmarkt auch im letzten Jahrzehnt halten.

Aber die Wohnungsmarktpolitik in den Städten führt entgegen der Absicht zu chronischem Wohnungsmangel, fragwürdiger Umverteilung unter den Mietern und versteckten Kosten für die Allgemeinheit.

Schlagwörter: Lohnentwicklung, Mietmarktregulierung, Stadtentwicklung, Wohnungsmarkt
Dr. Patrik Schellenbauer ist stellvertretender Direktor von Avenir Suisse und betreut schwergewichtig die Themen Bildung, Arbeitsmarkt, Verteilung sowie Immobilien. Er ist ausserdem Lehrbeauftragter der ETH Zürich für Immobilien- und Stadtökonomie. Frühere berufliche Stationen waren die Zürcher Kantonalbank, wo er den Bereich Immobilienrisiken leitete sowie eine Stelle als Oberassistent an der ETH Zürich.

1 Comment

  • Schneider Alex

    Wohnungsmarkt: Regulierungen im Interesse einer wohngerechten Siedlungsentwicklung und der sozialen Durchmischung notwendig!

    Wenn sich die Siedlung frei von Zonen- und Bauordnungen entwickeln könnte, hätten wir in den Kernzonen der grossen Städte der Schweiz Hochhäuser für profitable Dienstleistungsbetriebe und ihre notwendigsten Zulieferer sowie Wohnungen resp. Zweitwohnungen für die oberste Führungsschicht dieser Dienstleister. Beispiele dazu gibt es z: B. in den USA mit ihren öden Zentrumslagen. Mit Siedlungsrichtplänen, Zonen- und Bauordnungen wird versucht, der Siedlungslandschaft ein attraktives Gesicht zu geben, die Durchmischung von wertschöpfungsstarken und –schwachen Nutzungen, die Durchgrünung der Siedlung und die soziale Mischung zu erhalten, um so eine menschengerechte Siedlungsstruktur zu schaffen.

    Die gleichen Ziele verfolgt die Wohnungsmarktpolitik: Über den öffentlichen Grund- und Liegenschaftsbesitz, Baurechtsverträge, Baugenossenschaften und Kostenmieten wird versucht, die Bodenrente den bisherigen Stadtbewohnern zukommen zu lassen und so zu vermeiden, dass sich rein marktwirtschaftlich begründete Siedlungsstrukturen mit ihrer Tendenz zur Monokultur breitmachen. Die Bewirtschaftung des regulierten Wohnungsmarkts lässt sich sicher noch verbessern, z. B. durch eine konsequente Bevorzugung von bedürftigen und/oder kinderreichen Mietern auf Kosten von bisherigen Mietern, die nicht mehr auf Unterstützung angewiesen sind. Der Übergang von der Objekthilfe zur Subjekthilfe im Wohnungsmarkt macht hingegen keinen Sinn, würde das doch die durch die privaten Eigentümer abgeschöpfte Bodenrente an zentralen Lagen masslos in die Höhe treiben, vor allem weil die Subjekthilfe immer wieder neue Nachfrager anlockt.

    Aber auch die Wirtschaft ist gefordert, ihre einseitige Fixierung auf die zentralsten Lagen in Frage zu stellen. Warum sollen sich immer nur die Menschen und die Infrastrukturbauten an die Standortpräferenzen der Wirtschaft anpassen? Die günstigeren Bodenpreise in den kleinen Partnerstädten der Grosszentren und die bessere Erreichbarkeit sollten eigentlich auch die Unternehmen dazu führen, Aktivitäten von zentralen Standorten in die Peripherie zu verlagern, um so den Bedürfnissen der Arbeitnehmenden entgegenzukommen und um die vorhandene Verkehrsinfrastruktur in Gegenlastrichtung zu nutzen.

Ihre Kommentar (Pflichtfeld)
Was ist Ihre Meinung? Schreiben Sie einen Kommentar!

Mit Absenden Ihres Kommentars akzeptieren Sie unsere Netiquette.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *