Themen
Wachstum
Die beiden zentralen Wachstumskräfte der vergangenen Jahre waren der Aussenhandel und der Finanzsektor. Die sich allmählich ausbreitende globale Wirtschaftskrise wird zur Folge haben, dass es einerseits zu einer deutlichen Verlangsamung des Aussenhandels kommen und andererseits der Finanzsektor einen schwierigen Konsolidierungsprozess durchlaufen wird. Somit brechen auch die zwei zentralen Wachstumsstützen für die Schweiz weg. Es wird nun darauf ankommen, wie sich die Schweiz angesichts dieser Ausgangslage wieder aufrichten kann. Die Schweiz verdankt vor allem ihrer hohen wirtschaftlichen Offenheit und der damit einhergehenden Stärke des Exportsektors viel ihres erworbenen Wohlstandes. In einer Welt, die in der Krise jedoch zunehmend protektionistischer werden wird, sieht sich die Schweizerische Volkswirtschaft vor grosse Herausforderungen gestellt.
Zu diesen Herausforderungen gesellen sich nach wie vor bestehende Strukturprobleme im Binnenmarkt. Die gegenwärtige Krise wird aber die öffentliche Bereitschaft auch für vorsichtige Liberalisierungsschritte weiter mindern (Stichworte Elektrizitätsmarkt, Poststellennetz). Generell wird mit einem erstarkenden Misstrauen gegen marktwirtschaftliche und wettbewerbliche Lösungsansätze zu rechnen sein.
Hinzu kommt, dass nirgendwo die Vetokräfte einzelner Gruppen (Kantone, Gemeinden, Branchen, Verbände) so stark sind wie in der Schweiz. Die Zersplitterung der Exekutive schwächt die Reaktionsfähigkeit der Schweiz in der Krise zusätzlich.
Die gegenwärtige Wirtschaftskrise diskreditiert liberale, marktwirtschaftliche und wettbewerbsorientierte Lösungsansätze keineswegs. Abgesehen davon, dass überzeugende Alternativen dazu nirgends auszumachen sind, muss vielmehr konstatiert werden, dass in vielen Bereichen nicht zu viel, sondern zu wenig Wettbewerb, Markt und ordnungspolitische Rigorosität mitverursachend für die Krise war. Avenir Suisse wird sich daher weiterhin für liberale, marktwirtschaftliche und wettbewerbsorientierte Grundsätze einsetzen.
CH-Institutionen / Föderalismus
Die räumliche Wirklichkeit der Schweiz hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Die Beschreibung der heutigen Siedlungsstruktur entzieht sich mehr und mehr den ursprünglichen Kategorien von «Stadt» und «Land». Ökonomisches und gesellschaftliches Handeln ist immer weniger an geographische Grenzen gebunden. Vielmehr entsteht eine Collage von städtischen, vorstädtischen und ländlichen Elementen, die gemeinsam ein nationales Netzwerk von Agglomerationen bilden.
Trotz jahrzehntelanger und kostspieliger Dezentralisierungsbemühungen konzentrieren sich die wirtschaftliche Wertschöpfung, Pendlerströme und auch die Wissenschaft auf die Metropolitanregionen Zürich, Basel, Bern, Genf, Lausanne und Lugano. Die traditionellen kleinräumigen, föderalistischen Entscheidungsprozesse vermögen den institutionellen Anforderungen, die diese neuen dynamischen Zentren verlangen, immer weniger gerecht zu werden.
Avenir Suisse beleuchtet in verschiedenen Publikationen und Konferenzen die entstandene Wirklichkeit und untersucht die entsprechenden Folgen für die schweizerische Wirtschafts- und Regionalpolitik.
| Frühere Themen | ||
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Alternde Gesellschaft Geringere Kinderzahl und die längere Lebenszeit führen in der Schweiz wie in allen entwickelten Ländern zu einer alternden und schrumpfenden Gesellschaft. Die Zahl der über 65-Jährigen beträgt heute 25 Prozent der Erwerbstätigen, und wird sich in 30 Jahren verdoppeln. Diese historisch einmalige und mittelfristig nicht beeinflussbare Entwicklung hat mannigfaltige Auswirkungen auf Finanzen, Wachstum und den Sozialstaat insgesamt. Avenir Suisse hat in diesem Bereich eigene Alternativszenarien zu den offiziellen demographischen Szenarien des Bundesamtes für Statistik berechnet und daraus verschiedene Vorschläge zu einer nachhaltigen Bevölkerungs- und Altersvorsorgepolitik entwickelt. Dazu gehören Anregungen zu den Themen Altersarbeit, Migration/Einbürgerung sowie vor allem kritische Auseinandersetzungen mit dem System der 2. Säule.
Bildung und Innovation In einer globalisierten Welt ist auch zwischen den Bildungssystemen ein Wettbewerb entstanden. Dies erfordert eine dynamische Bildungs- und Wissenschaftspolitik. Die Leistungsfähigkeit der Ausbildungs- und Innovationssysteme ist ständig zu überprüfen und zu verbessern. Denn Bildung ist der wichtigste «Rohstoff» der Schweiz. Rund 5,5% des BIP (rund 21 Mrd. Franken) fliessen in das öffentliche Bildungswesen. Die vielgepriesene Qualität der Schweizer Schulen wurde 2001 durch die PISA-Studien («Program für International Student Assessment», OECD) ein erstes Mal relativiert. Aber auch die zunehmende Zahl der Hochschulrankings stellt dem tertiären Bildungsbereich nicht nur gute Noten aus. Ein hohes Bildungsniveau ist jedoch die Voraussetzung für Fortschritt und Innovation. Avenir Suisse hat mit eigenen Studien die Erfolgskriterien von erfolgreichen Lehrpersonen untersucht. Für die Hochschulpolitik entwickelte Avenir Suisse einen integralen Vorschlag für eine Neupositionierung im internationalen Umfeld. Für eine zukünftige Innovationspolitik hat Avenir Suisse ein neuartiges Konzept eines Innovationsmarkts vorgestellt, der die fehlende Verbindung zwischen der hochwertigen Schweizer Grundlagenforschung und den Bedürfnissen der Unternehmen herstellen kann. Zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Volksschule schlägt Avenir Suisse die Einrichtung von kommunalen Tagesschulen vor. | ||








