Tages-Anzeiger, 22.09.2005

Die Schuldenuhr tickt unaufhörlich
von sbm/ap
Die Schweiz gibt täglich 13 Millionen zuviel aus. Die Denkfabrik Avenir Suisse will die Bürgerinnen und Bürger nun mit einer Schuldenuhr auf diesen Missstand aufmerksam machen.




Finanzminister Hans-Rudolf Merz lässt sich von Xavier Comtesse von Avenir Suisse die Schuldenuhr erklären.


Trotz Sparprogrammen und Aufgabenverzichtsplänen geben Bund, Kantone und Gemeinden jeden Tag 13 Millionen Franken mehr aus als sie einnehmen. Von knapp 100 Milliarden im Jahr 1990 hat sich ihre Gesamtschuld auf über 250 Milliarden erhöht, wie die als Denkfabrik der Schweizer Wirtschaft geltende Stiftung Avenir Suisse festhält.

Laut Avenir Suisse wird die Schuldenuhr auch in den nächsten Jahren weiterlaufen. Selbst wenn der grösste Teil der 20 Milliarden aus dem Erlös des Nationalbankgoldes zur Schuldentilgung verwendet werde, wachse die Bruttoschuld bis 2007 an. Die Opposition gegen staatliche Sparmassnahmen und das Reden von «Kaputtsparen» seien deshalb absurd.

Die auf einem Auto montierte digitale Staatsschuldenuhr blieb einige Zeit auf dem Bundesplatz, bevor sie auf eine Tour durch die Stadt geschickt wurde. Die Verantwortlichen suchen noch nach einem definitiven Standort irgendwo in der Schweiz, wo die Botschaft möglichst viele Passanten erreicht.