Die Fünfte Variable
Ein Sach-Comic zur Zweiten Säule

Während dem bald pensionierten Kommissar Affolter anhand eines Kafi Lutz die Grundlagen der Altersvorsorge erklärt werden, plant Hans Baumann seine ersten Ferien im Ruhestand. Am nächsten Tag wird er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Die Fedpol schaltet sich in die Ermittlungen ein und Kommissar Affolter macht sich an die Lösung seines letzten Falls.



Nach dem im Oktober 2009 präsentierten Vorschlag für eine gleitende Erhöhung des AHV-Alters will Avenir Suisse nun ein jugendliches Publikum auf die demographischen Probleme der beruflichen Vorsorge aufmerksam machen. Das Mittel dafür ist – zum ersten Mal – ein Comic-Band. Die Geschichte «Die Fünfte Variable» stammt vom bekannten Comic-Autor Christophe Badoux. Parallel zu diesem Sach-Comic erscheint das Fachpapier »Die Zweite Säule am Scheideweg» aus der Feder des am Swiss Banking Institute der Universität Zürich lehrenden Prof. Martin Janssen.

«Die Fünfte Variable» ist eine Kriminalgeschichte, in der die fiktive Pensionskasse «Vesperis» versucht, ihre Leistungen für immer mehr Rentner zu erfüllen – und zwar auf sehr ungewöhnliche Weise, wie sich herausstellen wird. Während der besorgte, aber zunächst ahnungslose Kassenverwalter Wölfli von Albträumen geplagt wird, verfolgt Kommissar Affolter von der Bundespolizei die Spur einer Mordserie, bei der er auf die geheimnisvolle «fünfte Variable» stossen wird. Während sich die Handlung auf die dramatische Lösung des Falles zuspitzt, vermittelt der Comic auf anschauliche und unterhaltsame Weise viele Informationen zum Umwandlungssatz, Deckungsgrad, Altersguthaben und anderen Fragen der beruflichen Vorsorge. Der Titel des Comic leitet sich direkt aus den fünf Variablen ab, welche die Höhe der Rente bestimmen: das Beitrittsalter, die Höhe der Altersgutschriften, der Anlageertrag während der Auf- und Abbauphase, das Pensionierungsalter und die Lebenserwartung.

Das gleichzeitig publizierte Fachpapier von Martin Janssen, Professor für Finanzmarktökonomie am Swiss Banking Institute der Universität Zürich, behandelt in didaktischer Weise die aktuellen Herausforderungen des Pensionskassen-Systems. Nach einer kurzen Schilderung der Entstehung und Funktionsweise der Beruflichen Vorsorge erläutert der Autor den Auf- und Abbau des Altersguthabens und die dafür bestimmenden Faktoren – sprich die fünf Variablen. Besonders eingehend werden dabei jene beiden Variablen behandelt, die nicht vom Gesetzgeber beeinflusst werden können, sich aber seit der Einführung der beruflichen Vorsorge im Jahr 1985 stark verändert haben: die Erhöhung der Lebenserwartung in den letzten 20 Jahren, die zu einer längeren Rentenbezugsdauer führt, sowie die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen, aufgrund der die nominellen Renditen tendenziell niedriger ausfallen. Der Autor betont, dass einmal festgelegte Renten garantiert sind, und deshalb die Pensionskassen die Gelder der Rentner nur mit sehr geringen Risiken anlegen dürften. Aufgrund seiner Analysen nimmt Martin Janssen auch eine rigide Berechnung des Umwandlungssatzes vor. Insbesondere wegen der niedrigen Zinsen für risikoarme Anlagen plädiert der Autor für eine realistischere Darstellung der Möglichkeiten der Zweiten Säule als dies heute bei vielen Vorsorgeeinrichtungen der Fall ist.

Avenir Suisse setzt mit dem Comic von Christophe Badoux auf ein neues Medium, bleibt aber bei einem alten Reformthema. Bereits 2002 wurde die Studie «Das Risiko der Vorsorge» von Heinz Zimmermann und Andrea Bubb publiziert. Zwei Jahre später folgte eine Vorlesungsreihe an der Universität Zürich über die Vorsorge. Vor drei Monaten schliesslich sorgte das Buch «Die ahv – eine Vorsorge mit Alterungsblindheit» von Christina Zenker und Katja Gentinetta für Diskussionen. In allen Publikationen kommen die Autoren und Experten zum Schluss, dass Anpassungen an die demographische Entwicklung, insbesondere die längere Lebenserwartung, notwendig sind, und dass nur ein ausgewogenes Drei-Säulen-System die Risiken der Altersvorsorge angemessen auffangen kann. Dafür muss aber jede Säule in sich solide sein, auch die Pensionskassen, welche für die Mehrheit der Schweizer Haushalte das grösste angesparte Kapital verwalten

Der Sachcomic von Christoph Badoux und das Fachpapier von Martin Janssen erscheinen gleichzeitig auf Deutsch und Französisch, das Fachpapier auch in Italienisch.



 

Autoren

Christophe Badoux


Verlag
Edition Moderne
48 Seiten
ISBN 978-3-03731-055-7
Fr. 29.80
 

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Dokumente
Communiqué (d) (PDF / 104KB)
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Projektleitung
Katja Gentinetta (Avenir Suisse)

Kontakt

Katja Gentinetta, +41 (0)44 445 90 13