2. Säule

Berufliche Alters-,Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)

Die oft als «2. Säule» bezeichnete «Berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)» ist ein wichtiger Bestandteil des schweizerischen Vorsorgesystems. Sie ergänzt die als «1. Säule» bezeichnete Alters- und Hinterlassenenvorsorge (AHV). Ziel der beruflichen Vorsorge ist die Fortsetzung der gewohnten Lebensführung im Pensionsalter. Während die erste Säule für alle obligatorisch ist – das heisst auch für Selbstständigerwerbende und Nichterwerbstätige –, werden der 2. Säule nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem jährliche Einkommen von mindestens 21’150 Fr. (2015) obligatorisch angeschlossen. Die 2. Säule ist eine kapitalgedeckte Versicherung. Sie basiert auf einem individuellen Sparprozess, der mit 25 Jahren beginnt und bis ins Alter von 65 Jahren dauert. Zum Pensionierungszeitpunkt kann der Versicherte sein angespartes Kapital beziehen, oder in eine Lebensrente umwandeln. Die Jahresrentenhöhe wird durch die Multiplikation des Altersguthabens mit dem sogenannten Umwandlungssatz bestimmt. 2013 betrug das angesparte Kapital der Pensionskassen und Lebensversicherer rund 883 Mrd. Fr.

Das sozio-ökonomische Umfeld hat sich seit der Einführung des Obligatoriums der beruflichen Vorsorge 1985 stark verändert. Die Individualisierung der Gesellschaft, die Alterung der Bevölkerung und tiefere Renditen am Kapitalmarkt stellen das Sozialwerk vor wichtige Herausforderungen. Die gesetzlichen Grundlagen haben mit dieser Entwicklung nur zum Teil Schritt gehalten. Jerôme Cosandey und Alois Bischofberger plädieren in «Verjüngungskur für die Altersvorsorge» deshalb für eine umfassende Reform.

Nach der Reform ist vor der Reform

Die laufende Reform der Altersvorsorge 2020 gibt zu reden. Die kombinierte Vorlage, die sowohl die AHV wie die berufliche Vorsorge gleichzeitig angeht, ist besonders komplex. Soll das gesamte Rentenniveau gehalten werden? Und wenn ja, wie kann dieses Niveau finanziert werden? Es ist richtig, dass die Politik diese Punkte in erster Priorität klärt. Doch damit wird es noch lange nicht getan sein: Nach der Reform ist in diesem Fall ganz bestimmt vor der Reform.
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Zwei Versicherungen, ein Schicksal

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Finanzierung der AHV einerseits und jener der Berufsvorsorge andererseits. Sie haben mit denselben ökonomischen Herausforderungen zu kämpfen. Es ist somit nicht klug, in der Altersvorsorge alles auf die Karte der 1. Säule zu setzen und die 2. Säule zu vernachlässigen.
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Echte Therapie statt Placebo

Viele Menschen sind nicht in der Lage, die ihnen verrechneten Kosten von durchschnittlich 5000 Franken pro Monat für das Pflegeheim zu bezahlen. Deshalb wird über die Hälfte von ihnen mit Ergänzungsleistungen (EL) unterstützt. Daraus resultieren gesamtschweizerisch EL-Ausgaben für Heimaufenthalte von 1,75 Milliarden Franken. Die Bekämpfung des Kapitalbezugs jedoch ist eine Scheinlösung. In einer alternden Gesellschaft ist eine längere Perspektive nötig.
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«Es ist nur gerecht, wenn Frauen länger arbeiten»

Der Nationalrat hat am Mittwoch beschlossen, das Rentenalter für Frauen auf 65 Jahre zu erhöhen. Jérôme Cosandey sagt im Interview mit «20 Minuten», was diese Massnahme genau bedeutet und was sie bringt.
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«Schönreden ist unehrlich»

In einem Interview in der «Finanz und Wirtschaft» spricht unser Forschungsleiter Sozialpolitik über den Druck, unter dem die Vorsorge heute an allen Fronten steht. Jérôme Cosandey konstatiert, dass es eine Rentenreform brauche, die Opfer von Jung und Alt verlangt. Das ist politisch zwar nicht attraktiv, aber die Realität.
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Sieben Wochen bezahlte Ferien pro Jahr

Seit der letzten Revision der AHV im Jahr 1997 ist der Gesamtbetrag der Renten für Männer zwischen ihrer Pensionierung und ihrem Tod inflationsbereinigt um 25 Prozent gestiegen. Weil das Rentenalter der Frauen von 62 auf 64 Jahre erhöht wurde, stieg der Betrag bei ihnen nur um 2 Prozent. Gemäss Projektionen des Bundesamtes für Sozialversicherungen wird sich in der ersten Säule bis 2030 ohne Reform ein Defizit von 50 Milliarden Franken kumulieren. Soll eine höhere Lebenserwartung automatisch zu einer längeren Pensionsdauer führen?
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Mein Guthaben!

Die Debatte um den Kapitalbezug in der 2. Säule ist wichtig. Doch die Zunahme der Ergänzungsleistungen hat andere Ursachen als die Auszahlung des Rentenkapitals. Nebst anekdotischen «Evidenzen» von Casino-Spielern, die ihre Gelder verprassen, ist die Belastung des Staates durch Kapitalbezüge nicht erwiesen. Demgegenüber ist die Kapitaloption der letzte Garant vor einer zunehmenden Verstaatlichung der 2. Säule.
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Alain im Wunderland

Alain Berset hat sich wohl die Augen gerieben, als er die Vorschläge des Ständerats zur Reform Altersvorsorge 2020 sah. Zahlreiche Elemente der von ihm geplanten Reform sind nämlich verschwunden. Am überraschendsten war aber ohne Zweifel der gewünschte Ausbau der AHV, der mit Mehrausgaben von 1.4 Mrd. Franken zulasten der jüngeren Generationen verbunden wäre.
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Reden wir von der Lebenserwartung . . .

Innerhalb der OECD gehört die Schweiz zu den Ländern mit dem niedrigsten Rentenalter. Vor diesem Hintergrund ist die Erhöhung des Rentenalters der Frauen um ein Jahr nur ein Trippelschritt – wenn auch immerhin in die richtige Richtung.
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AHV-Ausbau: Margritli mit dem Feuerwehrschlauch giessen

Der vom Ständerat geplante Ausbau der AHV wird gerne als Kompensation für eine Rentenkürzung in der 2. Säule verkauft. Diese Behauptung muss zweifach widerlegt werden. Erstens wird die Senkung des Umwandlungssatzes auch in der jetzigen Vorlage der Vorsorgereform innerhalb der beruflichen Vorsorge kompensiert. Zweitens profitieren alle Neurentner von der Erhöhung der AHV-Rente, auch diejenigen ohne BVG-Rente. Was soll hier also kompensiert werden?
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