Altersvorsorge

Die drei Säulen der Altersvorsorge: AHV, BVG und Selbstvorsorge

Die Altersvorsorge besteht in der Schweiz aus drei Säulen. Die 1. Säule, oder staatliche Säule, bildet die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV). Diese funktioniert nach dem Umlageverfahren, d.h. die heutigen Erwerbstätigen finanzieren die heutigen Rentner. Die AHV- Renten sollen dabei den Existenzbedarf der pensionierten Personen sichern. Die 2. Säule der Altersvorsorge ist die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge. Sie ist im Kapitaldeckungsverfahren finanziert. Die eigenen, künftigen Leistungen werden dabei über die heutigen Beiträge von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert. Die berufliche Vorsorge, deren ausführendes Organ die Pensionskassen sind, soll zusammen mit der AHV die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung ermöglichen. Diese generelle Vorgabe wird in der praktischen Ausgestaltung so definiert, dass bei voller Versicherungsdauer rund 60% des letzten obligatorisch versicherten Jahreseinkommens vor der Pensionierung erreicht werden sollen. In diesem Zusammenhang muss jedoch auf den Unterschied zwischen der Brutto- und der Nettoersatzquote hingewiesen werden. Die Arbeitnehmerbeiträge an die erste und zweite Säule werden vom Lohn abgezogen. Dieser Abzug macht in der Regel rund 10% bis 15% aus und wird nach der Pensionierung hinfällig. Eine Bruttoersatzquote von 50%-60% entspricht deshalb Nettoersatzquoten von rund 75%, selbst für hohe Einkommen. Die Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule können gewisse Leistungen vorsehen, die über die obligatorische Mindestvorsorge hinausgehen. Sechs von sieben Versicherten profitieren von solchen Zusatzleistungen und 57% der Sparvermögen (2013) der beruflichen Vorsorge gehören dem überobligatorischen Bereich. Die freiwillige Selbstvorsorge bildet die 3. Säule. Diese ist unterteilt in die gebundene Selbstvorsorge (Säule 3a) und die freie Vorsorge (Säule 3b). Die gebundene Selbstvorsorge ist steuerlich begünstigt, im Gegenzug dafür an gewisse Bedingungen geknüpft. So dürfen pro Person und Jahr nur 6‘768 Fr. in die Säule 3a einbezahlt werden (Stand 2015). Ferner ist das angesparte Vermögen bis auf einige Ausnahmen (z.B. Häuserkauf, Auswanderung) bis zum Erreichen des Rentenalters gesperrt. Im Unterschied zur 2. Säule haben jedoch beim Tod des Vorsorgenehmers dessen Erben Anspruch auf die Vermögenswerte.

Avenir Suisse Publikationen zum Thema: «Soziale Sicherheit sichern», «Verjüngungskurs für die Altersvorsorge», «Die schiefe zweite Säule».