Warum ist das wichtig?
Lesen, Schreiben und Rechnen sind zentral, um an der Gesellschaft teilzuhaben und für den beruflichen Erfolg. Gemäss den internationalen Untersuchungen zu den Schulleistungen (Pisa) sinken aber die se Fähigkeiten bei Schweizer Jugendlichen seit einigen Jahren. Zwar liegt die Schweiz in den drei Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften weiterhin über dem Durchschnitt des Industrieländerclubs OECD – bei der Lesekompetenz allerdings nur noch knapp. Dieser Negativtrend ist besorgniserregend, gerade auch weil kaum ein Land so viel in die obligatorische Bildung investiert wie die Schweiz.
Was zeigen die Fakten?
Teures Bildungssystem: Die Schweiz gibt heute jährlich über 24 000 Fr. pro Kind in der obligatorischen Schule aus. Im internationalen Vergleich belegt sie damit Platz zwei: Der OECD-Schnitt pro Schüler lag 2022 kaufkraftbereinigt bei rund 14 000 Franken.
Grosse Spannweite: Die kantonalen Bildungsausgaben für die obligatorische Schulzeit variieren stark. Pro Kopf reichten sie 2023 von gut 16 000 Fr. im Wallis bis zu über 30 000 Fr. in Basel-Stadt.
Unterschiedliche Ausgangslagen: Die Schülerschaft unterscheidet sich stark zwischen den Kantonen – etwa beim Anteil der Kinder, die zu Hause keine Schulsprache sprechen. In Basel-Stadt liegt dieser bei 34 %, in Appenzell Innerrhoden bei lediglich 11 %. Das ist relevant, weil die Vorkenntnisse der Jugendlichen eine zentrale Rolle beim Erwerb der Grundkompetenzen spielen
Eingeschränkter Handlungsspielraum: Grundsätzlich sind in der Schweiz die Kantone für die Bildung zuständig. Seit 2009 gilt jedoch die interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS). Dem Konkordat sind 15 der 26 Kantone beigetreten, wo durch sich deren Handlungsspielraum verringert hat.