Podcasts

Wir diskutieren in unseren Podcasts jene Fragen, welche die Schweiz bewegen. Und suchen nach Antworten, die uns alle weiterbringen.

Wie umgehen mit China?

Markus Herrmann und Patrick Dümmler über Herausforderungen im geopolitischen Spannungsfeld

Marc Lehmann, Patrick Dümmler
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China und der Westen: Die Beziehungen sind schwieriger geworden, politisch und wirtschaftlich. China will Weltmacht sein und spielt mit den Muskeln, erkauft sich Abhängigkeiten und Know-how und schottet gleichzeitig seinen Markt ab. China steht aber auch unter Druck – die Null-Covid-Politik bringt die Menschen gegen das Regime auf und verursacht wirtschaftlichen Schaden. Was sind die Herausforderungen im Umgang mit China? Und wie soll sich eine kleine, offene Volkswirtschaft wie die Schweiz verhalten im wieder zunehmenden geopolitischen Spannungsfeld zwischen demokratischem Westen und autoritärem Reich der Mitte? Marc Lehmann diskutiert mit dem China-Experten Markus Herrmann, Mitgründer und Geschäftsführer der Beratungsfirma China Macro Group, und mit Avenir-Suisse-Forschungsleiter Patrick Dümmler – er ist Autor der Studie «Navigieren in unruhigen Gewässern», die im Sommer publiziert wurde. Das Gespräch wurde aufgezeichnet, bevor in China die jüngsten öffentlichen Proteste gegen die autokratische Regierung ins Rollen gekommen sind.

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Auf Innovationen setzen statt schwarzmalen

Wie weiter nach dem Minimalresultat an der Weltklimakonferenz?

Lukas Rühli, Marc Lehmann
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Viel Aufwand für wenig Ertrag: 40'000 Delegierte aus 200 Staaten haben an der Klimakonferenz in Sharm el-Sheikh zwei Wochen lang verhandelt und gestritten – und ein enttäuschendes Ergebnis erzielt. Mit einem Fonds sollen die Folgen des Klimawandels in ärmeren Ländern abgefedert werden, aber bei der Bekämpfung der Ursachen – also beim Ausstieg aus fossilen Energieträgern – konnte man sich nicht einigen. Im Gespräch mit Marc Lehmann betont Avenir Suisse-Forschungsleiter Lukas Rühli, dass die Angebotsseite bei den Versprechen zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen sowieso meist vergessen gehe. Länder mit fossilen Vorkommen planten bis 2040 keine Reduktion ihrer Förderquoten – und was gefördert werde, wer auch verbrannt, so Rühlis Fazit. Drum seien erneuerbare Energien durch Innovationen so attraktiv zu machen, damit Öl, Gas und Kohle im Boden blieben. Untergangsszenarien von Aktivisten erteilt der Ökonom eine klare Absage.

Neuer Podcast: Think dänk!

Der Denkfabrik beim Denken zuhören

Avenir Suisse lanciert ein neues Podcast-Format: Think dänk! Das englisch-schweizerdeutsche Wortspiel soll nicht nur zum Hören anregen, sondern auch zum Mitdenken auffordern. Wie funktioniert ein Think-Tank, auf welche Themen legt er sich fest, welche Fragen stellt er?

Die Gespräche werden von Marc Lehmann moderiert; er ist seit 1. Oktober für die Kommunikation von Avenir Suisse verantwortlich. Davor hat der Berner das «Tagesgespräch» von Radio SRF geleitet und mit Fachpersonen und Akteuren jeweils ein aktuelles Thema vertieft diskutiert. Nun richtet er den Fokus auf die breite Themenpalette von Avenir Suisse.

Zum Start fünf Fragen an Marc Lehmann:

Warum ein neues Podcast-Format?

Podcast boomt. Die Generation «Kopfhörer» hat Audio wieder entdeckt, der Ton läuft dem Bild gerade den Rang ab. Für eine Denkfabrik eignet sich ein Hörformat hervorragend, denn hier wird Wissen produziert, gescheite Leute denken über Themen nach, die uns alle beschäftigen. Also muss man dieses Wissen abholen und in die Diskussion einbringen. Eine Hörsituation kann ausserdem sehr intim sein, man kann sich gut auf den Inhalt konzentrieren und sich in ein Thema vertiefen. So ist die Chance gross, dass auch wirklich etwas haften bleibt.

In welcher Form?

Wir wählen die Gesprächsform, weil das Gespräch etwas Natürliches ist. Es ist seit Menschengedenken da, schafft Nähe und Vertrauen. Die Forscherin berichtet von ihrer Arbeit und den Erkenntnissen, die sie gewinnt; der Forscher ordnet in einem kurzen Q&A einen Sachverhalt ein – oder wir führen eine ausführliche Debatte, durchaus zu einer kontroversen Thematik und auch mit Köpfen von aussen.

Und mit welchem Inhalt?

Wo kann man mehr Substanz abholen als in einer Denkfabrik, wo gedacht, recherchiert, geforscht, diskutiert, kritisiert, entwickelt und bewertet wird? Inhaltlich gibt ein Think-Tank sehr viel her. Wir fragen: Mit welchen Themen beschäftigen wir uns – und warum? Welche Fragen stellen wir, auf welche Quellen stützen wir uns, wie werten wir die Daten aus? Wie interpretieren wir die Fakten, welchen Handlungsbedarf erkennen wir und welche Lösungsvorschläge leiten wir daraus ab? Transparenz schafft Vertrauen.

Wer sind die Gesprächsgäste?

Avenir Suisse produziert viel Hirnschmalz, unsere Expertinnen und Experten sind medial gefragt. Also liegt es nahe, ihnen beim Denken zuzuhören. Aber Forschende wollen herausgefordert werden, und so nehmen wir gerne auch mal externe Stimmen von Machern und Expertinnen hinzu. Denn niemand ist im Besitz der Wahrheit, auch wir nicht, doch wir haben gute Argumente.

Wie will sich der Podcast vom ohnehin breiten Angebot abheben?

Es ist richtig, im deutschsprachigen Raum buhlen etwa 80'000 Podcasts um Publikum. Deshalb wollen wir den Leuten nicht mit Blabla die Zeit stehlen, sondern Mehrwert bieten. Wir wollen Ideen und Gedanken jenseits des Mainstreams formulieren. Ideen, die überraschen und einen Beitrag zur öffentlichen Debatte leisten. Ideen, die vielleicht auch mal quer sind und zum Denken anregen. Der Titel – Think dänk! – ist nämlich durchaus auch als Aufforderung ans Publikum zu verstehen.

Lust, dem Think Tank beim Denken zuzuhören? Der Podcast «Think dänk!» wird im Zwei-Wochen-Rhythmus jeweils mittwochs publiziert, alternierend mit dem neuen Video-Format «Denkanstoss» . Er kann auf allen gängigen Podcast-Plattformen oder auf unserer Homepage abonniert werden.

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Geht uns bald der Strom aus?

Ein Gespräch zwischen Jörg Spicker (Swissgrid) und Patrick Dümmler über die Versorgungssicherheit der Schweiz mit Elektrizität

Patrick Dümmler
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Wir sind daran gewöhnt, dass Strom zuverlässig aus der Steckdose kommt. Diese Selbstverständlichkeit scheint – laut manchen Studien – für die Zukunft nicht mehr gegeben zu sein.

Seit Jahren weiss man in der Energiebranche um die drohende Stromknappheit, doch erst in den letzten Monaten ist das Thema «Versorgungssicherheit der Schweiz mit Elektrizität» auch in der Politik angekommen. Wie soll die Schweiz drohenden Blackouts, wie der drohenden Strommangellage begegnen? Was sind die Herausforderungen? Welche Rolle spielt das Ausland? Und wird es in der Schweiz tatsächlich bald dunkel? Diese und weitere Fragen diskutieren Patrick Dümmler (Forschungsleiter Offene Schweiz, Avenir Suisse) und Jörg Spicker (Senior Strategic Advisor, Swissgrid).

Im Avenir-Suisse-Podcast diskutieren Fachleute aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Gesellschaft über die Schweiz und ihre Zukunft. Wo besteht aus liberaler Sicht Handlungsbedarf? Welche Lösungen bieten sich an? Wie können sie effektiv und effizient umgesetzt werden? Als unabhängiger Think-Tank entwickelt Avenir Suisse Lösungsvorschläge für die drängendsten Probleme der Schweiz – vom Klimawandel bis zur Gleichstellung, von den Sozialwerken bis zur Europapolitik.

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Decentralized Finance – Steht das Finanzwesen vor einem Umbruch?

Ein Gespräch über die jüngsten Entwicklungen im Finanzsektor zwischen den Blockchain-Experten Fabian Schär und Jürg Müller

Jürg Müller
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Wie die Digitalisierung das Finanzsystem verändert, wird derzeit intensiv debattiert. Erst kürzlich hat etwa The Economist das Thema «Decentralized Finance» als Titelgeschichte aufgegriffen und sich dabei auch auf die Expertise von Fabian Schär berufen. Schär ist Professor für «Distributed Ledger Technology (Blockchain) and FinTech» und Geschäftsleiter des Center for Innovative Finance an der Universität Basel. Zusammen mit Avenir Suisse Senior Fellow Jürg Müller erörtert Schär im Podcast, was die jüngsten technologischen Entwicklungen für das Finanzwesen bedeuten. Was sind genau die Vorteile von Decentralized Finance, und wo verbergen sich Gefahren? Können Regulatoren hier noch Einfluss nehmen? Stellen systemische Risiken ebenfalls ein Problem dar, und falls ja, kann es in der neuen Finanzarchitektur noch Rettungsaktionen wie Bailouts geben? Und was ist dann die künftige Rolle von staatlichem Geld? Das sind alles Fragen, die Fabian Schär und Jürg Müller im neusten Avenir Suisse Podcast ausführlich diskutieren.

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Lebenslanges Lernen in Zeiten der Digitalisierung

Ein Gespräch über Weiterbildung und Arbeitsmarktchancen

Valérie Müller, , Matthias Ammann
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Welche Rolle spielt Weiterbildung heute in einer Berufskarriere? Und in welchem Verhältnis steht sie zur Erstausbildung? Was bedeutet das vielzitierte «lebenslange Lernen» z.B. für ältere Arbeitnehmer? Und welche Schlussfolgerungen kann man daraus für die Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik in der Schweiz ziehen? Diese Fragen standen im Zentrum der kürzlich publizierten Studie: «Weiterbilden, aber gezielt: Antworten auf den Strukturwandel am Arbeitsmarkt»

Valerie Müller, Marco Salvi und Matthias Ammann stellen im Gespräch fest, dass einer fundierten Erstausbildung weiterhin eine zentrale Rolle zukommt, und es deshalb auch richtig ist, wenn der Staat den Fokus auf diese erste Ausbildungsphase setzt. Nicht zu unterschätzen ist auch das «informelle Lernen» direkt am Arbeitsplatz.

Zweifelsohne hat die Pandemie den Strukturwandel in der «Weiterbildungsbranche» beschleunigt: Aber auch wenn die digitalen Angebote stark zugenommen haben: Sie alle haben – genauso wie das Homeoffice – ihre Grenzen, und der direkte persönliche Austausch bleibt in der langen Frist zentral für die Menschen.

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Schulden und Politik: Die Lehren aus der Geschichte

Gespräch mit Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann über sein neues Buch zur deutschen Finanzkrise von 1931

Jürg Müller
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Der Schweizer Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann wurde für sein Buch «1931: Debt Crises and the Rise of Hitler» aufs Höchste gelobt. Mit seiner Analyse der deutschen Finanzkrise im Jahr 1931, die verheerende internationale Auswirkungen nach sich zog, hat er offenbar einen Nerv getroffen. Das überrascht nicht, schliesslich finden wir uns neunzig Jahre später wieder in einer Phase hoher Staatschulden: Während Finanz- und Eurokrise noch kaum verdaut sind, hat die Corona-Pandemie die internationale Verschuldung innert weniger Monaten weiter anschwellen lassen. 

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Jürg Müller hat deshalb Tobias Straumann nach den Lehren gefragt, welche die Welt aus 1931 ziehen könne. Im lebhaften Gespräch erläutert der Wirtschaftshistoriker, weshalb kurzfristige Schulden ein grösseres Problem darstellen und wie sich Gläubiger optimal verhalten würden. Laut Straumann sind Schuldenkrisen vermeidbar, wenn man sich der Lehren aus der Geschichte bewusst ist. Als wichtigste historische Lektion erachtet er, dass internationale Abkommen flexibel gestaltet werden. Dessen ungeachtet hält Straumann fest, dass bei der Bewältigung der Euro-Krise wieder ähnliche Fehler begangen wurden. Zwar habe die EZB hat mit ihrem expansiven Kurs auf die Staatsschuldenkrise richtig reagiert. Aber: «Mit der Geldpolitik kann man nur Zeit gewinnen». Der Patient Euro liege immer noch im Spital, er sei noch nicht lange nicht vollkommen genesen.

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Die Wiedereingliederung von psychisch Kranken in Pandemiezeiten

Gespräch mit Dr. Niklas Baer über die Rolle der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Ärzte

Jérôme Cosandey
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Die Covid-19-Pandemie beeinflusst das tägliche Leben der Schweizer in einer nie dagewesenen Weise. Die gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung sind gravierend: Der psychische Stress und Depressionen sind rasant angestiegen. Die Ergebnisse der Studie von Covid-19 Science Task Force sprechen Bände: Die Anzahl der Personen, die an schweren depressiven Symptomen leiden, hat sich zwischen der ersten und zweiten Coronawelle versechsfacht. Das betrifft 18% der Bevölkerung, sprich jede fünfte Person. Wie kann man den Betroffenen helfen? Und wie kann man sie dabei begleiten, wieder Fuss in dem Arbeitsmarkt zu fassen? 

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Darüber sprechen in der neuesten Folge von Avenir-Suisse-Podcast Dr. Niklas Baer (Leiter WorkMed – Kompetenzzentrum Psychiatrie Baselland – und renommierter Psychologe, der seit 25 Jahren im Bereich der Wiedereingliederung aktiv tätig ist) und Jérôme Cosandey (Directeur romand und Forschungsleiter Tragbare Sozialpolitik, Avenir Suisse). Beide Experten sind sich einig, dass die Lösung vielschichtig ist: Arbeitgeber, Arbeitnehmer, aber auch Ärzte sind gefordert. Das jüngst eingeführte Instrument «ressourcenorientiertes Eingliederungsprofil (REP)» kann dabei helfen, die Kommunikation zwischen den drei Parteien zu verbessern und die Suche nach Lösungen statt nach Defiziten zu fördern.

Aufruf für Studienteilnahme zum Thema «Psychisch auffällige Lernende im Betrieb»

Dr. Niklas Baer und das WorkMed-Team starten mit Partnern Mitte März 2021 eine Untersuchung der Lehrverläufe von Lernenden mit psychischen Problemen. Gesucht sind dafür Berufsbildner, die einen 15-Minutigen Fragebogen ausfüllen würden. Interessiert? Mehr Info finden Sie hier.

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Freiheitsindex – Liechtenstein hat die Nase vorn

Thomas Lorenz und Doris Quaderer von Stiftung Zukunft.li im Gespräch mit Samuel Rutz und Mario Bonato

Samuel Rutz, Mario Bonato
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Erstmalig schaut der Avenir-Suisse-Freiheitsindex über die Grenzen der Schweiz hinaus und bezieht neben den Kantonen auch das Fürstentum Liechtenstein mit ein. Dieser Vergleich hat es in sich: Das souveräne Nachbarland lässt die Schweizer Kantone von Beginn an hinter sich und übernimmt den ersten Platz. Mario Bonato und Samuel Rutz von Avenir Suisse haben zwar mit einem Spitzenplatz Liechtensteins gerechnet, sich aber trotzdem verschätzt. Inwiefern und was sie inmitten der Corona-Pandemie über Freiheit denken, das erzählen sie im Podcast von Zukunft.li.

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Der Avenir-Suisse-Freiheitsindex ist eine interaktive Online-Publikation. Sie erlaubt es beispielsweise, einzelne Kantone miteinander zu vergleichen oder durch Berücksichtigung bzw. Nicht-Berücksichtigung einzelner Indikatoren einen persönlichen Freiheitsindex zu erstellen.

Die Podcast-Aufnahme und der Beitragstext stammen von Stiftung Zukunft.li .

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«Das Wichtigste ist die Kommunikation zwischen den Staatsebenen»

Der Thurgauer Gesundheits- und Finanzvorsteher Urs Martin über den Föderalismus in der zweiten Welle

Avenir Suisse
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Mitten in der zweiten Welle der Corona-Pandemie liegen die Nerven in der Schweizer Politik blank, nicht zuletzt aufgrund des kürzlichen, für die Kantone eher überraschenden Eingriffs durch den Bundesrat. Wir haben den Thurgauer Regierungsrat Urs Martin, der sowohl die Rolle des Finanz- als auch Gesundheitsvorstehers innehat, um eine Einschätzung gebeten. Urs Martin schickt im Gespräch voraus, dass diese Pandemie sämtliche Staatsebenen vor grosse Herausforderungen stellt, weil die Politik laufend Entscheide unter grosser Unsicherheit treffen müsse. In dieser Situation seien bewährte Mechanismen wie das Kollegialitätsprinzip zentral, damit die Bevölkerung nicht noch zusätzlich verunsichert wird. «Auch wenn man es momentan niemandem wirklich Recht machen kann.» Obwohl der Föderalismus in der aktuellen Krisensituation einer Belastungsprobe ausgesetzt ist, verteidigt ihn der Regierungsrat vehement als Erfolgsrezept. Eine der wichtigsten Lehren aus der aktuellen Krise sei für ihn, dass die Kommunikation und die Koordination zwischen den Staatsebenen besser abgestimmt werden müsse. Es erhöhe nur die Unsicherheit, wenn zwei Staatsebenen am gleichen Gesetz Veränderungen vornehmen. Wichtig sei auch die Koordination der Massnahmen zwischen den Nachbarkantonen, um Ausweichbewegungen der Bevölkerung zu minimieren. Eine Krise, in der Föderalismus nicht mehr taugen würde, kann/will er sich gar nicht vorstellen. Aber die Eskalationsstufe müsse definiert und die Zuteilung der Verantwortung unmissverständlich sein. Das würde es den angesprochenen Staatsebenen erleichtern, rechtzeitig wirksame Massnahmen zu ergreifen. Die Fragen stellte Nico Leuenberger (Podcast-Schmiede) für Avenir Suisse.

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Das Ende von Libra ist nicht das Ende der Idee

Jörg Gasser, CEO der Schweizerischen Bankiervereinigung, im Gespräch mit Jürg Müller

Jürg Müller
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Diesen Sommer hat Facebook mit weiteren Firmen angekündigt, eine neue digitale Währung lancieren zu wollen. Das Projekt bekam den Namen Libra, und es schlug ein wie eine Bombe. Politiker und Regulatoren standen plötzlich auf den Hinterbeinen, und Vertreter etablierter Finanzinstitute fragten sich: Ist das nun die lange befürchtete Disruption der Finanzbranche durch die Tech-Giganten? Wir wollten dem Schweizer Finanzplatz den Puls fühlen und haben dafür Jörg Gasser zu uns ins Studio eingeladen. Gasser weiss ganz genau, wie die hiesigen Finanzinstitute ticken, denn er ist CEO der Schweizerischen Bankiervereinigung. Davor war er Vorsteher des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF), weshalb er sich auch ausgezeichnet mit den internationalen Rahmenbedingungen auskennt. Im Gespräch erläutert Gasser, weshalb nach den jüngsten gewichtigen Austritten aus der Libra Association das Projekt nicht so kommt, wie ursprünglich gedacht. Die Skepsis aus den USA und Europa in Bezug auf Geldwäscherei, der Finanzierung von Terrorismus und den Umgang mit den Daten spielten dabei eine grosse Rolle. Doch das Ende des Libra-Businessmodells bedeute noch nicht das Ende der Idee. Die Banken wissen, dass sie sich der Digitalisierung stellen und dass sie Marktmodelle entwickeln müssen, um in die digitale Welt einzusteigen. Trotz Risiken, die mit solchen innovativen Projekten einhergehen, bestehen weiterhin interessante Chancen für den Schweizer Finanzplatz. Für weiterführende Informationen verweisen wir gerne auf unsere aktuelle Studie zum Thema: «Libra, das globale Finanzsystem und die Schweiz»

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