La barrière de röstis des caisses de pension cantonales

caisse-de-pension-cantonale_240 La proposition de réforme du financement des institutions de prévoyance de droit public a été passablement édulcorée en décembre 2010, suite – selon certains – aux montants d’assainissement faramineux qui auraient été nécessaires en Romandie. En tant que Romand, on est par conséquent en droit de se poser la question si la situation financière des...

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Les cantons prennent la secousse

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Les investissements dans les groupes fournisseurs de courant sont une mauvaise affaire pour les cantons. Ces derniers feraient bien de reconsidérer leur stratégie de participation. À première vue, personne ne l’aurait prédit. Depuis début 2008, le cours des actions des grands groupes d’él...

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6e Séminaire romand: les médias en péril (4)

Zeitungen

Le quatrième article de la série met en lumière les problématiques liées à la redevance obligatoire, sujet de controverse discuté entre autres à l’occasion du dernier Séminaire romand de réflexion lors duquel plus d’une soixantaine de personnalités romandes, provenant du monde mé...

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Votre scénario AVS

L'avenir de l'AVS

«Il est difficile de faire des pronostics, surtout quand ils concernent l’avenir» se moquait Winston Churchill. Les commentaires sur le financement de l’AVS semblent confirmer ce bon mot: il y a quelques mois, Avenir Suisse s’est exprimé sur la perspective trop optimiste du Conseil fédéra...

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Les salaires augmentent plus vite que les loyers

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Avec l’immigration persistante, le marché du logement s’est retrouvé au centre d’un débat de plus en plus émotionnel. On craint que le logement devienne inabordable pour de larges couches de la population suisse, surtout pour la classe moyenne. Le papier de discussion «Migration, logement...

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Présentation d’«avenir actuel» dans nos nouveaux locaux

À l’occasion de la sortie de la première édition 2012 de notre brochure d’information «avenir actuel», nous allons inaugurer notre nouveau bureau au 47, route des Acacias (1227 Acacias / Genève). Un apéritif suivra la discussion qui sera certainement inspirée par le contenu de cette...

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Les chantiers de la fiscalité suisse

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Avenir Suisse a demandé à douze économistes une évaluation des principaux chantiers du système fiscal suisse. Le constat: dans la plupart des cas, les acquis de la science économique ne jouent aucun rôle dans le débat public. Ainsi la politique fiscale est de plus en plus à la merci des int...

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Baromètre des réformes D A CH 2011

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Chaque année, l’Institut der Deutschen Wirtschaft à Cologne, la Chambre fédérale de l’économie autrichienne et Avenir Suisse rédigent le «baromètre des réformes D A CH». Depuis sa création en septembre 2002, cet indicateur évalue les efforts de réformes des trois pays dans les domai...

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La valeur des valeurs

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La crise financière et économique mondiale a remis en question le système par de nombreux aspects et a mis en marche un débat sur le consensus moral qui, dans une société prospère et harmonieuse, est un élément fondamental. Pouvons-nous dire qu’un tel consensus moral existe vraiment? Quel...

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Schaffhausen

Internationaler Naturpark Schaffhausen

Seit der Bund vor vier Jahren die gesetzlichen Grundlagen geschaffen hat, schiessen Regionale Naturparks wie Pilze aus dem Boden. Elf durch das BAFU zertifizierte Refugien und fünf Kandidaten bedecken 20% der Landesfläche. Die meisten liegen im Westen und Süden der Schweiz. Regionale Pärke könnten ein effektives Mittel sein gegen die Zersiedelung der Schweiz. Mit dem Regionalen Naturpark Schaffhausen gibt es nun in der Ostschweiz ein ambitiöses Projekt.

Während derartige Vorhaben anderswo an der kantonsübergreifenden Gebietsplanung scheiterten, ging Schaffhausen selbstbewusst einen Schritt weiter: mit den Gemeinden Jestetten und Lotstetten umfasst der Perimeter auch deutsches Territorium. Dies ist ein erfreuliches Signal zur Entspannung des arg strapazierten Verhältnisses mit den südbadischen Nachbarn. Ob die Pärke den latenten Nutzungskonflikt tatsächlich zugunsten von Landschaft, Natur und Ökologie entscheiden werden, bleibt abzuwarten.

Patrik Schellenbauer

Dem Bund weit voraus

Seit der Fertigstellung der Zürcher Westumfahrung ist Stans mit dem Auto innert 45 Minuten von Zürich aus erreichbar. Das macht den Kanton Nidwalden – wie auch Obwalden – zu einem Teil des erweiterten Metropolitanraums Zürich. Doch nicht erst seit Kurzem bemüht sich der Kanton erfolgreich um attraktive Rahmenbedingungen für Firmen und Privatpersonen. Er weist die niedrigsten Vermögenssteuern der Schweiz auf und gehört insgesamt zu den drei steuergünstigsten Kantonen.

Weniger bekannt ist seine Vorreiterrolle bei der Abschaffung der Dividendenbesteuerung: Schon kurz nach dem zweiten Weltkrieg führte Nidwalden ein System ein, das alle Beteiligungsgewinne vollkommen steuerfrei liess. Erst seit 2001, als dieses System mit der Einführung der Steuerharmonisierung verfassungswidrig wurde, sind Dividenden neu wieder zu 50% steuerpflichtig. Diese Besteuerungspraxis wurde unterdessen durch verschiedene Kantone nachgeahmt und zuletzt vom Bund mit der Unternehmenssteuerreform II in wesentlichen Bestandteilen übernommen.

Lukas Rühli

Vom Nehmer zum Geber

Im Jahr 2005 befürworteten rekordverdächtige 86% der Obwaldner Stimmbürger eine degressive Besteuerung ab einer gewissen Einkommens- und Vermögensschwelle. Offensichtlich schoss man damit über das Ziel hinaus: Das Bundesgericht erklärte 2007 die degressiven Steuertarife für verfassungswidrig. Noch im selben Jahr liess der Regierungsrat die Bevölkerung über die Einführung einer Flat Rate Tax und niedrigere Gewinnsteuern entscheiden – 91% stimmten zu. Seither erlebt Obwalden eine Welle von Firmengründungen und Zuzügen von Privatpersonen. Ab 2012 profitieren – über einen erhöhten Sonderabzug bei tiefen Einkommen und höhere Kinderabzüge – auch die unteren und mittleren Einkommen von der Obwaldner Steuerstrategie.

Noch 2008 wies der Kanton den zweitschwächsten Ressourcenindex der Schweiz aus. Unterdessen zeichnet sich ab, dass Obwalden im Finanzausgleich (NFA) bald vom Nehmer- zum Geberkanton werden könnte. Man sieht also einmal mehr, wie segensreich der Steuerwettbewerb ist.

Lukas Rühli

Kanton ohne Kantonalbank

Während sich der Kanton Bern nach dem Debakel um seine Kantonalbank entschied, ihr die Staatsgarantie zu entziehen, ging Solothurn noch einen Schritt weiter und trennte sich komplett von dem Staatsbetrieb. Nach einer gescheiterten Expansionsstrategie geriet die Solothurner Kantonalbank Anfang der 1990er Jahre, wie andere ihrer Schwesterinstitute, in Turbulenzen und wurde schliesslich an den Schweizerischen Bankverein verkauft. Das Missmanagement kostete die kantonalen Steuerzahler über 400 Mio. Fr. Aber immerhin wurde mit der Privatisierung ein klarer Schlussstrich gezogen.

Auch beim Umgang mit den entstandenen Schulden war der Kanton konsequent: Er erhöhte die Steuern für einige Jahre und trug die Altlast zügig ab. Seit nunmehr 15 Jahren lebt Solothurn sehr gut ohne eigene Staatsbank – als einziger Kanton ausser Appenzell-Ausserrhoden. Die Finanzmarktkrise sollte auch die anderen 24 Kantone daran erinnern, welche Risiken sie ihren Steuerzahlern mit den öffentlichen Banken aufbürden.

Daniel Müller-Jentsch

Eine transparente Beteiligungsstrategie

Die öffentliche Hand ist an einer Vielzahl von privatrechtlichen Unternehmen beteiligt. Einige Kantone haben sich in den vergangenen Jahren zu regelrechten Konzernen entwickelt. Eine Avenir-Suisse-Studie aus dem Jahr 2009 zählte rund 1000 Beteiligungen an insgesamt 600 unterschiedlichen Unternehmen. Da seither kaum Privatisierungen eingeleitet wurden, dürften diese Zahlen noch weitgehend aktuell sein.

Mit der Grösse der Beteiligungsportfolios sowie den eingeleiteten Marktliberalisierungen sind auch die Risiken für die Staatshaushalte gewachsen. Die Steuerzahler haben ein Recht auf Transparenz, sie ist letztlich auch eine Grundlage für (in vielen Fällen dringend nötige) Unternehmensprivatisierungen. Der Kanton Aargau hat in dieser Frage eine eigentliche Vorbildfunktion eingenommen. Seit 2007 veröffentlicht er jährlich detaillierte Beteiligungsreporte sowie Datenblätter zu den einzelnen Engagements.

Urs Meister

USI- Unconventional, Small and International

Giovane e dinamica, l’Università della Svizzera Italiana (USI) non ha complessi d’inferiorità rispetto alle sorelle maggiori d’oltre Gottardo. Anno di nascita 1996, 4 facoltà (architettura, economia, scienze della comunicazione e informatica), 2’852 studenti (6 su 10 provenienti dall’estero) e tanta voglia di farsi conoscere. Il modello dell’USI si avvicina a quello anglosassone, con rette elevate per un’università elvetica (2’000 Fr. a semestre per gli svizzeri, 4’000 Fr. per gli stranieri). Solo San Gallo può vantare un tasso di autofinanziamento più elevato.

Nel futuro prossimo dell’USI vi è l’istituzione di un master in medicina umana, una soluzione logica vista la presenza in Ticino d’importanti istituti di ricerca e la crescente ricerca e necessità di medicina di qualità. La sfida del progetto è probabilmente rappresentata dal suo finanziamento: riuscirà l’USI a trovare una buona Public Private Partnership, non solo condita da fondi nazionali per la ricerca ma anche aperta a collaborazioni con l’industria ticinese e lombarda?

Daniela Lepori

Markenzeichen einer offenen Stadt

Noch sind nicht alle Mieter eingezogen, doch haben die 126 Meter des Prime Tower bereits ihren festen Platz in der Zürcher Skyline erobert. Damit verlagert sich das Zentrum der «Little Big City» spürbar nach Westen – und in die Höhe. Das neue Quartier rund um den Turm und die Neugestaltung der Pfingstweidstrasse mitsamt verlängerter Tramlinie belegen, dass Lagequalität nicht immer da zu finden ist, wo sie bereits bestand. Urbanität kann auch fernab von malerischen Seeufern und heimatgeschützten Kleingassen geschaffen werden.

Die Verwandlung der ehemaligen «Industriebrachen» im Westen der Stadt ist aber nicht bloss wegen ihrer städtebaulichen Qualität bemerkenswert. Sie stellt ein sichtbares Zeichen der Dynamik einer Agglomeration dar, die seit bald zehn Jahren eine überdurchschnittlich wachsende Bevölkerung aufweist und gleichzeitig in internationalen Rankings zur Lebensqualität stets vorn bleibt. Sie führt allen vor Augen, wie dichtere Städte den «Nutzen der Nähe» entfalten können.

Marco Salvi

Des votations moins chères

Du 31 octobre au 26 novembre (midi), les citoyens genevois ont pu voter par Internet au scrutin cantonal du 27 novembre 2011. Les Genevois de l’étranger habitant l’Union européenne ou l’un des pays signataires de l’arrangement de Wassenaar, soit l’Afrique de Sud, l’Australie, le Canada, la Corée du Sud, les USA, le Japon, la Nouvelle Zélande, la Russie, la Turquie, l’Ukraine, la Norvège et la Croatie ont pu également voter par Internet.

Inscrit dans la constitution cantonale après une votation populaire plébiscitée à une large majorité (70,2%), le 8 février 2009, le vote par Internet va désormais devenir une routine pour les citoyens genevois après avoir été pendant plusieurs années un projet pilote pour la Confédération. Grâce à cette expérience cantonale on peut espérer qu’un jour toute la Suisse votera par Internet et que les coûts administratifs traditionnels et relatifs à ce type de scrutin baissent dramatiquement.

Xavier Comtesse

Matura auf der Höhe der Zeit

Der Thurgau steht nicht im Ruf, in Bildungsfragen besonders experimentierfreudig zu sein. Doch gerade im fernen Osten des Kantons tut sich Bemerkenswertes. Die Kantonsschule Romanshorn bildet seit 2010 die Hälfte der Mittelschüler gemäss dem Modell «Kompetenzen im Kontext» – kurz Matura KiK – aus. Der 6-jährige Versuch nimmt die Kritik der Hochschulen und der Berufsbildung auf, wonach sich die Gymnasien noch immer auf die reine Wissensvermittlung in die Breite beschränken.

Im Internet-Zeitalter ist Wissen sekundenschnell und gratis verfügbar, gefragt ist die Fähigkeit zur Anwendung und Vernetzung der Wissensgebiete. Anhand konkreter Vorhaben lernen die Jugendlichen wissenschaftliches Arbeiten, aber genauso Projektmanagement und Problemlösungskompetenz. Das Projekt ist einzigartig und in den Worten von Pädagogik-Professor Jürgen Oelkers ein «Leuchtturm in der europäischen Bildungslandschaft». Sicherlich stellt es hohe Anforderungen an Schüler und Lehrpersonen.

Patrik Schellenbauer

Visionäre Lokalpatrioten

Der Kanton Uri hat eine Lösung für ein im Schweizer Berggebiet verbreitetes Problem gefunden: Die Entwicklung einer Talschaft über Gemeindegrenzen hinweg. Da Gemeinden häufig eher gegeneinander als miteinander arbeiten, entwickeln sich viele Talschaften unkoordiniert. Die Folgen sind Zersiedelung, mangelhafte Verkehrslenkung und Nutzungskonflikte.

In Uri entwickelte der Kanton mit externen Fachleuten und den Gemeinden Masterpläne für die zwei wichtigsten Talschaften: die Reussebene und das Urserental. Die Eckpunkte der Strategie wurden im kantonalen Richtplan verankert. Über eine regionale Richtplananpassung schuf man im Urserental die Rahmenbedingungen für das Resort-Projekt in Andermatt. In der unteren Reussebene – wo 80 % der Kantonsbevölkerung leben – wurden Nutzungskonflikte zwischen Wohnen, Gewerbe und nationalen Infrastrukturen entschärft, die zu starker Zersiedlung geführt und zu enormen Schäden beim Hochwasser 2005 beigetragen hatten.

Daniel Müller-Jentsch

Spitalpolitik ohne Interessenskonflikte

Mehr als vier Fünftel der Allgemeinspitäler auf den kantonalen Spitallisten sind im Eigentum der öffentlichen Hand. Private Trägerschaften dominieren einzig im Kanton Schwyz. Von drei Spitälern sind zwei privat. Das Spital Einsiedeln ist im Eigentum der Stiftung Maria zum Finstern Wald, das Spital Schwyz gehört einem privaten Verein, der Krankenhausgesellschaft Schwyz. Das einzige öffentliche Spital ist als Aktiengesellschaft organisiert und im Eigentum der Bezirke March und Höfe.

Im Gegensatz zu den anderen Kantonen tritt der Kanton Schwyz nicht als Spitaleigentümer und Marktakteur sondern in erster Linie als Leistungseinkäufer und Regulator auf. Der Kanton Schwyz gehörte denn auch zu den ersten Kantonen, die bei der Spitalfinanzierung konsequent auf Fallpauschalen umstellten und damit die negativen Anreizwirkungen der einfachen Defizitdeckung eliminierten.

Urs Meister

Fribourg: une péréquation financière originale

Ces dernières années, plusieurs cantons ont ajusté leur péréquation financière, souvent sous la forme de compromis comportant des mécanismes d’incitations inadéquats. A l’instar de la péréquation financière de la Confédération, bien des solutions cantonales favorisent le maintien des structures existantes et visent uniquement à soulager les charges des communes périphériques.

Le canton de Fribourg poursuit une approche différente. Depuis 2011, un système de péréquation est en place qui encourage la densification urbaine, l’augmentation du taux d’occupation et la croissance démographique, incitant ainsi au renforcement des centres. De plus, les montants redistribués ne représentent que 3,75% des revenus fiscaux potentiels de toutes les communes, un taux nettement inférieur à celui d’autres cantons. L’avenir nous dira quel impact le modèle fribourgeois aura sur la structure des communes et de leur population, et s’il sera copié par d’autres.

Lukas Rühli

Die Erfinder der Schuldenbremse

Der Kanton St. Gallen ist der Eidgenossenschaft erst relativ spät, nämlich 1803, beigetreten. Er hat aber die Schweiz von Anfang an mit wichtigen Tugenden wie Sparsamkeit und solidem Haushalten bereichert. Bereits 1929 wurde in der St. Galler Verfassung die Schuldenbremse verankert. Früh erkannten die St. Galler, dass die finanzielle Last heutiger Vorhaben nicht einfach auf zukünftige Generationen abgewälzt werden kann. Die Finanzhaushalte von Kanton und Gemeinden müssen stets ausgeglichen sein. Die Schuldenbremse toleriert lediglich ein jährliches Budgetdefizit von maximal 3% der Einnahmen und verlangt zum Ausgleich in der nächsten Budgetperiode automatische Steuererhöhungen. Steuersenkungen sind nicht zulässig, solange das Eigenkapital nicht wieder die vorgegebene Höhe erreicht.

Es brauchte einige Zeit, bis andere Kantone und der Bund sich von dieser soliden Finanzpolitik beeinflussen liessen. Und heute ist die Schuldenbremse fast so etwas wie ein schweizerischer Exportschlager.

Rudolf Walser

Guter Boden für Firmen und Schüler

Appenzell AR gehört zu den kleinen Kantonen der Schweiz, aber Kleinheit ist kein Hindernis gegen herausragende Leistungen. So liegen nach einer kürzlichen Zusatzerhebung zu den PISA-Ergebnissen von 2009 die Schülerinnen und Schüler des 9. Schuljahres von Appenzell AR in der Mathematik und in den Naturwissenschaften deutlich und in den Lesekompetenzen klar über dem Schweizer Durchschnitt.

Ebenso zählt das Steuersystem von Appenzell AR schweizweit zu den unternehmensfreundlichsten. Seit dem 1. Januar 2008 nimmt der Kanton bei Steuern auf Unternehmensgewinnen (6%) und auf dem Eigenkapital (0.7‰) eine Spitzenposition ein. Appenzell AR hat sich von der Erkenntnis leiten lassen, dass fiskalische Standortattraktivität beim mobilen Unternehmenskapital wichtig ist. Dies nützt auch den natürlichen Personen, die gemäss der Steuerüberwalzungslehre letztlich alle Steuern tragen. Ein gutes Steuersystem ist allemal fruchtbarer als Klassenkampfrhetorik.

Rudolf Walser

Die Wiege des Frühenglischen

Auch der Kanton Appenzell Innerrhoden hat bildungspolitische Geschichte geschrieben. Als erster Schweizer Stand führte er 2001 Frühenglisch ab der dritten Primarschulklasse ein. Damit war der Erziehungsdirektor Carlo Schmid seinem reformfreudigen Zürcher Kollegen Ernst Buschor (in den Medien der «Bildungsturbo») eine Nasenlänge voraus. Der Entscheid war die Antwort auf die Revitalisierungsdebatten der 1990er Jahre. Damals war der Schritt mutig und Frühenglisch noch heftig umstritten. Man befürchtete den Bedeutungsverlust der französischen Sprache in den Deutschschweizer Schulen. Evaluationen zeigen aber, dass die Motivation, Französisch zu lernen, wegen des Frühenglischen nicht sinkt.

Dabei war die Zuneigung zum Englischen nicht immer so gross. Als ich das Gymnasium in Appenzell besuchte, war Griechisch als Hauptfach selbstverständlich. Nur den hartnäckigsten Schülern gelang es, sich auf eine Matura B mit Englisch vorzubereiten.

Alois Bischofberger

Ein Bahnhof als Schlüssel zur Welt

Mit dem KKL besitzt Luzern einen in die Welt hinaus strahlenden kulturellen Leuchtturm. Auch die Hochschulen gewinnen an Bedeutung und die Tourismusdestination geniesst schon lange internationalen Ruf. Damit die Innerschweizer Metropole ihre Trümpfe voll ausspielen kann, braucht sie eine exzellente Infastruktur, denn laut Schätzungen steigt der Verkehr bis 2030 um 40%. Dem trägt der Kanton mit seinem Tiefbahnhofprojekt Rechnung, dessen Kernlement ein 3,5 km langer, doppelspuriger Tunnel zwischen Ebikon und Luzern ist.

Noch aber ist das Projekt nicht in trockenen Tüchern: Wenn die nationale  Verkehrspolitik die Integration in das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz stiefmütterlich behandelt, wird ein Tiefbahnhof Luzern zwar regionale und nationale Verkehrsströme optimieren, aber für europäische Besucher nicht wesentlich besser erreichbar sein. Der Bund als wichtigster Geldgeber will das Vorhaben aus Kostengründen nur in zweiter Priorität realisieren. Mobility Pricing könnte das Problem entschärfen.

Alois Bischofberger

Jura : l’ADN de l’horlogerie

La réflexion sur l’avenir économique du Jura continue à mobiliser les politiciens et les acteurs économiques du canton. Réunis à Porrentruy les 4 et 5 novembre derniers, plus d’une centaine d’acteurs de la région se sont interrogés sur leur avenir. Rêvant de biotechnologie ou de cleantech, il semblerait qu’en fait l’ADN historique du Jura en horlogerie et donc aussi en micro-mécanique soit le principal fil conducteur de son développement futur.

Rien que les annonces récentes du fabricant horloger Tag Heuer d’investir 25 millions dans un nouveau site de production à Chevenez (JU) avec la création de 150 emplois et de Swatch Group qui va créer 500 à 700 emplois à moyen et long terme sur son futur site industriel à Boncourt, sont là pour démontrer que l’avenir du Jura est dans son savoir-faire historique, son ADN en quelque sorte : l’horlogerie.

Xavier Comtesse

Gebündelte Kräfte im Tourismus

Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig Graubündens. Um diesen zu stärken, lancierte der Kanton 2006 eine Tourismusreform mit drei Kernelementen: Eine Strukturbereinigung bei der Tourismusförderung, der Aufbau einer Dachmarke und die Neuregelung der Finanzierung durch eine einheitliche Tourismusabgabe. Die ersten beiden wurden bereits erfolgreich umgesetzt und die dritte ist auf gutem Wege. Die 90 lokalen Vermarktungsorganisationen wurden zu 18 regionalen Verbänden fusioniert. So wurden Doppelspurigkeiten beseitigt und die Vermarktung professionalisiert.

Auch mit der Dachmarke Graubünden wurden Kräfte gebündelt: Deren konsequente Verwendung für regionale Produkte und Dienstleistungen kommt nicht nur den Anbietern zugute, sondern stärkt auch die Dachmarke selber. Dank dieser Reformen konnte Graubünden sein Image als Destination stärken, neue Vertriebskanäle erschliessen und vorhandene Finanzmittel effizienter einsetzen.

Daniel Müller-Jentsch

Wahrhaft autonomer Nachvollzug

Die Schweiz hat seit Jahrhunderten im Kleinen gute Erfahrungen gemacht mit dem Wettbewerb der Institutionen, der Steuern und der Ideen. Voraussetzung dafür ist die Autonomie der Gebietskörperschaften. Mit der Verlagerung von der Strasse auf die Schiene hat die Schweiz in der Verkehrspolitik  schon früh Akzente für ganz Europa gesetzt. Oder mit der direkten Demokratie, die zunehmend auf das Ausland abstrahlt. Oder mit der Schuldenbremse: Sie ist im Euro-Land – notgedrungen – zum Exportschlager geworden. Für die EU ist die Schweiz gewissermassen Labor und Think-Tank zugleich.

Doch umgekehrt gilt auch: Die Schweiz kann und soll gute Ideen aus dem Ausland übernehmen wie einst etwa die als exotisch geltende und vorerst nur in Frankreich umgesetzte Mehrwertsteuer. Lösungen übernehmen oder nachahmen, nicht, weil sie en vogue sind oder weil die EU sie praktiziert, sondern weil sie überzeugen, – das ist hervorragender, wahrhaft autonomer Nachvollzug, gegen den nicht das Geringste einzuwenden ist.

Gerhard Schwarz

Vers une région métropolitaine lémanique

Le 9 novembre dernier, six conseillers d’Etats des cantons de Vaud et de Genève ont signé, au Château de Prangins, une convention pour la création d’un espace métropolitain lémanique. Salué, dans un éditorial du journal 24H, comme étant une réalisation exemplaire suite à la parution cinq années au préalable du livre d’Avenir Suisse «Le feu au lac». En effet, ce livre a non seulement catalysé les esprits au tour du Léman mais également joué un rôle de référence dans la réflexion métropolitaine lémanique.

La gouvernance d’un tel espace métropolitain n’est pas encore totalement claire et les gouvernements évalueront d’ici la fin 2012 différents modèles de gouvernance. Pour l’instant les objectifs portent sur quatre axes prioritaires : la mobilité (ferroviaires, autoroutières, agglomération), la formation et la recherche, l’accueil des organisations internationales et sportives et finalement la promotion du pôle d’excellence du domaine de la santé.

Xavier Comtesse

Das KV in Englisch

In der Publikation «Die Zukunft der Lehre» empfiehlt Avenir Suisse unter anderem, die Fremdsprachen in der Berufsbildung zu stärken. In der zunehmend internationalen Unternehmenswelt müssen auch Lehrabgänger gewandt mit Englisch oder Französisch umgehen können. Bei der Hälfte der 230 Lehrberufe ist aber keine Fremdsprache vorgesehen.

Nun macht gerade der global ausgerichtete Kanton Zug aus dieser Not eine Tugend. Das Projekt «KV Business English Plus» ermöglicht es angehenden Kaufleuten, die Ausbildung im Betrieb in Englisch zu absolvieren. Die Praxisnähe des dualen Prinzips kommt zum Tragen, indem das schulische Sprachwissen im angelsächsischen Business-Umfeld vertieft werden kann. Das Programm wird von einem Ausbildungsverbund von internationalen Lehrbetrieben angeboten. Diese innovative Idee bringt einen weiteren Gewinn: ausländische Firmen können so besser in die hiesige Kultur der Berufslehre eingebunden werden.

Patrik Schellenbauer

Eine Kantonalbank ohne Staatsgarantie

1992 zog der damalige Generaldirektor der Bernischen Kantonalbank (BEKB), Peter Kappeler, die Alarmglocke und kündigte dem Kantonsparlament einen möglichen Abschreiber seines Finanzinstituts von 2 Mrd. bis 3,5 Mrd. Fr. an. Damals hielt der Kanton 52% der BEKB und gewährte eine unbeschränkte Staatsgarantie. Im Folgejahr mussten über 6,5 Mrd. Fr faule Kredite in eine Bad Bank ausgelagert werden. Für die Deckung des durch das Debakel in die bernische Staatsrechnung geschlagenen Lochs wurden die Steuerzahler mit durchschnittlich je gut 10‘000 Fr. zur Kasse gebeten.

Damit sich ein solches Ereignis in Zukunft nicht mehr wiederholen kann, beschloss der Grosse Rat 2004 den schrittweisen Abbau der Staatsgarantie für die BEKB. Bis Ende 2012 wird diese vollständig wegfallen. Der Kanton Bern war einer der ersten Kantone, der seinem Finanzinstitut die Staatsgarantie aufgekündet hat. Dafür gehört er gelobt, auch wenn die Kosten des Weges zu dieser Erkenntnis erheblich waren.

Boris Zürcher

Biotech: Phönix aus der Asche

Eine der erfolgreichsten Biotechfirmen der Schweiz ist Actelion in Allschwil. Am Anfang standen jedoch zwei Misserfolge – und einige riskante Entscheidungen: In den 1990er Jahren gab der Roche-Konzern ein Forschungsprojekt auf und die betroffenen Mitarbeiter wagten die Gründung eines Spin-offs. Etwa zur gleichen Zeit übernahm die Basler Kantonalbank (BKB)  nach Platzen der Immobilienblase mit einer Konkursmasse in Allschwil einen Rohbau, den sie mit der Basler Handelskammer als Technologiepark vermarktete.

Um Actelion als Mieter zu gewinnen, zeichnete die BKB sogar Aktien des 1997 gegründeten Unternehmens. 15 Jahre später beschäftigt die Biotech-Firma 2‘500 Mitarbeiter und erwirtschaftet 2 Mrd. Fr. Umsatz. Die BKB konnte ihre Aktien versilbern. Actelion kaufte auch das Gebäude und liess daneben einen viel beachteten Neubau errichten. So trugen der Mut zum Risiko und die Zusammenarbeit diverser Akteure zum Strukturwandel im Basler Pharmacluster bei.

Daniel Müller-Jentsch

Wirtschafts- und Stadtentwicklung im Einklang

In Basel-Stadt gelang es in den letzten Jahren, zwei Ankerinstitutionen des Pharmaclusters zu stärken. Im November 2011 weihte Roche ein neues Forschungs- zentrum für 250 Mio. Fr. ein. Noch ambitionierter sind die Pläne von Novartis, das ein 20 ha. grosses Industrieareal zu einem internationalen Forschungscampus entwickelt. Bis 2030 werden 2 Mrd. Fr. investiert, um moderne Arbeitsplätze für 10‘000 Mitarbeiter zu bieten.

Der Kanton unterstützt das Projekt durch eine Verlagerung des Hafens St. Johann und den Verkauf des Grundstücks an Novartis, um den Campus zum Rhein zu erweitern. Das Uferareal wird zu einem Park umgestaltet und Novartis stellt der Stadt ehemalige Industrieflächen für den Wohnungsbau zur Verfügung. Eine Strasse wurde verlagert und auch Universitätsinstitute sollen angesiedelt werden. Durch diese Public-Private-Partnership wird nicht nur der Wirtschafts- und Forschungsstandort Basel gestärkt, sondern auch ein grossflächiges Industrieareal städtebaulich revitalisiert.

Daniel Müller-Jentsch

Compétitif sans subventions

La valeur ajoutée de la production agricole valaisanne a augmenté de 36,4% entre 2005 et 2010, alors que celle-ci reculait de 14,3% en Suisse. Avec une valeur ajoutée nette de 6000 francs/ha, le Valais se classe ainsi 2ème sur le plan national. Cette progression est entre autre le fruit de la politique cantonale d’agriculture introduite en 2007. Cette dernière vise prioritairement à augmenter la valeur ajoutée de la production et à promouvoir des produits à forte identité locale.

À ce jour, les progrès de cette politique ont été atteints particulièrement dans deux secteurs agricoles ne bénéficiant pas de subventions directes et étant soumis ainsi aux forces du marché: la viticulture et la fruiticulture. Ainsi, des hectares de fendant ont été remplacés par du Cornalin ou de l’Arvine, permettant la réalisation de marges plus grandes. La production d’abricots a été diversifiée afin d’étaler les périodes de récoltes et de ventes, réduisant les risques de surplus et les chutes de prix qui en résultent.

Jérôme Cosandey

Aus 68 mach 3

Bis 2010 war Glarus hoffnungslos zersplittert. Neben 25 politischen Gemeinden mit bloss 38‘500 Einwohnern existierten 18 Schulgemeinden, 16 Fürsorgegemeinden und 9 Tagwen (Bürgergemeinden). Per Januar 2011 wurden all diese Gemeindetypen aufgelöst und in drei neue Einheitsgemeinden überführt.

Die «Revolution» ermöglichte vieles: Der Finanzausgleich wurde modernisiert und die Zahlungen massiv reduziert. Als erster Kanton konnte Glarus das neue harmonisierte Rechnungslegungs-Modell flächendeckend einführen. Netto wurden Kompetenzen vom Kanton zu den Gemeinden verschoben, die Grabenkämpfe zwischen den vielen Gebietskörperschaften sind Geschichte. Das Glarner Vorgehen wird oft als «Top-down»-Approach kritisiert. Das ist zwar richtig, aber gleichzeitig ist die Bildung der drei Grossgemeinden auch Ausdruck der direkten Demokratie. Sie basiert auf dem Votum eines einzelnen Bürgers, das sich an der historischen Landsgemeinde vom 7. Mai 2006 durchsetzte.

Lukas Rühli

 

Une réforme fiscale appelée à faire école

La population Neuchâteloise a accepté le 19 juin 2011 avec 77% de oui une réforme de la fiscalité des entreprises abolissant d’une part l’exonération d’impôts des entreprises étrangères (statuts spéciaux) et d’autre part en divisant par deux la charge fiscale pour toutes les personnes morales établies dans le canton. Le taux d’imposition passera en cinq ans, d’ici 2016, de 10% à 5%.

Ainsi, le canton fait d’une pierre deux coups : il place toutes les entreprises sur un pied égalitaire et relève en même temps l’attractivité fiscale du canton au 5ème rang suisse. Grâce à l’élargissement potentiel de la base des contribuables, couplé à une diminution de 50% des taux fiscaux, la réforme restera vraisemblablement fiscalement neutre pour le canton. Cette nouvelle approche pourrait faire école dans les autres cantons romands.

Jérôme Cosandey