Generationenungerechtigkeit überwinden

Revisionsvorschläge für einen veralteten Vertrag

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Avenir Suisse und Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2014, 230 Seiten, ISBN 978-3-03823-936-9, Fr. 38

Die Alterung der Gesellschaft wird die Gewichte zwischen den Generationen massiv verschieben. Was sind die richtigen Antworten darauf? Im Buch «Generationenungerechtigkeit überwinden: Revisionsvorschläge für einen veralteten Vertrag» beginnt Jérôme Cosandey mit einer Auslege­ordnung des vielstrapazierten Begriffes «Generationenvertrag» – und stellt fest: Dieser regelt viel mehr als die Finanzierung der Altersvorsorge. Auch stehen sich nicht einfach «Jung» und «Alt» gegenüber, sondern gleich vier Generationen mit wechselseitigen Abhängigkeiten: Kinder und Jugendliche, Erwerbstätige, Jungrentner und Hochbetagte.

Im vorliegenden Buch finden Sie einen Strauss von Vorschlägen, die der Sicherung der Generationen­solidarität in der Zukunft dienen. Die Massnahmen im privaten und im öffentlichen Umfeld bezwecken unter anderem eine generationengerechte Schuldenpolitik und eine gezielte Entlastung der Erwerbsbevölkerung. Ferner präsentiert Avenir Suisse einen konkreten Vorschlag zur Finanzierung der Alterspflege, der die Eigenverantwortung und die Selbstbestimmung fördert. Er erhält vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Frage des Kapitalbezugs aus der zweiten Säule und die Neuorganisation der Ergänzungsleistungen zusätzliches Gewicht.

 

Beiträge und Interviews mit unseren Team-Mitgliedern in den Medien:

  • Beitrag und Interview mit Jérôme Cosandey in der Tagesschau,
  • Beitrag in der Sendung 10vor10 
  • Interview mit  Jérôme Cosandey in der Sendung Rendez-vous von Radio SRF.

Weitere Blogs und Publikationen zu diesem Thema:

Schlagwörter: Alternde Gesellschaft, Alterspflege, Ergänzungsleistungen, Generationenvertrag, Pflegekapital
Dr. Cosandey setzt sich seit 2011 als Senior Fellow und Forschungsleiter Sozialpolitik von Avenir Suisse mit dem Reformbedarf in der Altersvorsorge, der Organisation und Finanzierung der Alterspflege und Fragen der Altersarbeit auseinander. Nach seiner Promotion an der ETH war er mehrere Jahre als Strategieberater bei The Boston Consulting Group, danach bei der UBS tätig. Jérôme Cosandey hält zudem einen Master der Universität Genf in internationaler Wirtschaftsgeschichte.

6 Kommentare

  • Niederer

    Pflegeversicherungsvorschlag ab 55 Jahre

    Sehr geehrte Avenir

    Damit würde der Generationenvertrag gebrochen. In der Folge davon würde ich weniger Steuern entrichten, weil ich nicht mehr bereit wäre, für die Schulen (Lehrer) zu bezahlen. Mit dem frei gewordenen Mitteln könnte ich dann die Pflegeversicherung bezahlen.

    Betreffend Reduktion des Umwandlungssatzes bin ich einverstanden. Unsere Firma hat dies schon lange vorbereitet.

    Freundliche Grüsse

    Hp. Niederer, St. Gallen

    • Jérôme Cosandey

      Sehr geehrter Herr Niederer
      Ihre Aussage unterstreicht die Bedeutung des Generationenvertrags. Jeder erbringt während seinem ganzen Leben Leistungen, in der Hoffnung im Alter Gegenleistungen von jüngeren Generationen zu erhalten. Wenn diese Gleichung einigermass erfüllt ist, wird der Vertrag als gerecht empfunden.
      Allerdings ist die mittlere Generation vor einem „Hold-up“-Problem gestellt: sie muss zuerst in die Pflege der eigenen Eltern und in die Bildung der eigenen Kinder investieren, ohne Garantie, dass sie je einen Ertrag auf ihre Investition erhält. Soziale Normen und zum Teil der Staat stellen jedoch sicher, dass kommende Generationen ihrer Pflicht nachkommen.
      Wenn Sie als mittlere Generation nicht mehr in die jüngeren Generationen investieren, haben Sie in der Tat kurzfristig mehr Geld zur Verfügung. Doch wer wird dann für Sie da sein, wenn Sie auf Hilfe Drittens angewiesen sind? Die jüngeren Kohorten werden weder die Ausbildung noch die Bereitschaft haben, um sich um sie zu kümmern.
      Deshalb ist es wichtig, dass jede Kohorte das Gefühl hat, dass der Generationenvertrag fair ist. Sonst bricht in der Tat die Solidaritätskette.
      Der Eintritt der Baby-Boomer ins Rentenalter und später in die Pflegebedürftigkeit ist eine grosse Herausforderung. Niemand streitet, dass diese Kohorte ihren Teil des Vertrags erfüllt hat. Aufgrund ihrer enormen Grösse allerdings wird sie Kosten verursachen, die durch die aktive Bevölkerung alleine kaum getragen werden können. Letztere wird den Vertrag verweigern und alle, Jung wie Alt, werden verlieren.
      Deshalb ist es wichtig, einen bunten Strauss von Massnahmen umzusetzen – darunter gehört das Vorsparen für die Alterspflege – um diesen Vertragsbruch zu vermeiden.

  • urSCHWEIZER

    Hallo
    Die Idee ist ja gut, aber trifft wiederum die Falschen. Es trifft die, die ihr Lebensunterhalt schwer verdienen. Zu denen gehöre ich auch obwohl ich trotz Arbeitsbeitslosigkeit und Bezüger von Sozialhilfe immer einen Beitrag an die Säule 3a leistete und sogar Alimente bezahlte.

    Die Initiative verlangt viel von den Falschen. Diesbezüglich wird das Bundesgericht noch dieses Jahr in meinem Fall entscheiden müssen.

    Da ich selber kürzlich in zwei Todesfällen mit Spitex und öffentlichem Spital zu tun hatte kann ich dies beurteilen.

    Ich möchte hier abschliessen, wer noch Fragen hat, soll sich melden

    • Jérôme Cosandey

      Sehr geehrter Herr Schweizer
      Unser Vorschlag trägt von den unterschiedlichen Lebenssituationen der Leute Rechnung:
      – wer zu wenig Einkommen hat, um die Vorsorgeprämie zu zahlen, soll, analog zu heutigen Regelung für Krankenkassenprämien, vom Staat unterstützt werden
      – wer nicht genug Kapital beim Eintreten des Pflegefalls angespart hat (zum Beispiel weil er/sie sehr jung ist oder besonders lang pflegebedürftig sein wird) ebenfalls.

      In beiden Fällen ist die Rolle des Staates dennoch subsidiär. Er greift erst ein, wenn andere Mitteln ausgeschöpft sind.

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