Die Schweiz hat im 20. Jahrhundert ein dichtes soziales Auffangnetz aufgebaut, um das wir im internationalen Vergleich beneidet werden. Aber obwohl sich die Lebens- und Arbeitskulturen in den letzten Jahrzehnten gründlich verändert haben, bilden unsere Sozialwerke immer noch die gesellschaftlichen Strukturen der 1970er-Jahre ab. Ausserdem hat der medizinische Fortschritt und die damit einhergehende Zunahme der Lebenserwartung unsere Ansprüche an die Gesundheitsversorgung verändert, zum Teil mit schwerwiegenden Kostenfolgen. Diese Entwicklungen binden immer mehr Steuer- und Prämiengelder sowie Lohnbeiträge für die soziale Sicherheit, und sie belasten Unternehmen und Individuen. Avenir Suisse erarbeitet Handlungsstrategien, um den Schweizer Sozialstaat in mittlerer und längerer Frist (wieder) finanzierbar zu machen und den Wohlstand pro investierten Franken zu verbessern.
Zu Gast: Warum leisten wir uns eine eigene Heilmittelbehörde?
Think dänk! Swissmedic-Direktorin Vincenza Trivigno über schnelle Zulassungen und sichere Medikamente
Ein neues Heilmittel wird oft zuerst in den USA oder in Europa zugelassen. Weshalb prüft es die Schweiz dann nochmals? Steht die strenge Prüfung einem raschen Zugang zu innovativen Therapien im Weg?
Vincenza Trivigno spricht über die schwierige Gratwanderung zwischen Patientensicherheit und Schnelligkeit. Dank internationaler Kooperationen konnte Swissmedic die Prozesse beschleunigen. Im Gespräch mit Christoph Eisenring betont Trivigno zudem: Die Zulassung durch Swissmedic ist nur ein Teil des Prozesses, bis ein Medikament für Patientinnen und Patienten verfügbar ist. In der nächsten Stufe muss ein Preis festgelegt werden, damit es von den Krankenkassen vergütet wird. Und einmal durch die obligatorische Krankenversicherung gedeckt, ist die Arbeit nicht abgeschlossen: Swissmedic überwacht den Markt laufend, um Risiken und Nebenwirkungen früh zu erkennen.