Der liberale Think-Tank Avenir Suisse ist in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Frage nachgegangen, nach welchen Grundsätzen Metropolitanräume in der Schweiz geführt werden sollen. Dazu hat er die Genferseeregion unter die Lupe genommen.

Die Analyse der Lage der «Métropole Lémanique» aus historischer, politischer, wirtschaftlicher sowie raumplanerischer Sicht solle helfen, Bilanz zu ziehen und Leitlinien für eine effektive «Governance» zu entwickeln, heisst es im Communiqué von Avenir Suisse.

Mehrere Faktoren zu berücksichtigen

Um einen Governance-Modus für die Genfersee-Region zu finden, mussten mehrere Faktoren berücksichtigt werden: die Grenzlage, die institutionellen Verflechtungen, vielschichtige Rechtslagen, die Vielzahl an regionalen Akteuren sowie die Globalisierung der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Gesellschaft. Laut Avenir Suisse können die politischen Institutionen der Schweiz die daraus resultierenden Herausforderungen nicht alleine meistern. Denn: «Diese betreffen sowohl das benachbarte Frankreich als auch Gebiete weiter ausserhalb.» In 14 Leitsätzen hat Xavier Comtesse, Direktor von Avenir Suisse Romandie, daher Schlussfolgerungen für eine «effektive metropolitane Governance» gezogen: So etwa soll ein polyzentrischer Ansatz verfolgt werden, der die historische Bedeutung der einzelnen Zentren würdigt.

Aufgaben verteilen

Ausserdem schlägt er vor, Aufgaben zu verteilen: «Nicht alle sollen alles machen, aber jeder kann einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten.» Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, plädiert der Think-Tank für „das Stärken der Stärken“.

An der Publikation mitgewirkt haben Claude Jeanrenaud, Experte für Regionalwirtschaft, der Journalist Serge Bimpage, Rechtsexperte Laurent Matile, der Historiker Olivier Meuwly, Daniel Müller-Jentsch, Raumplanungsexperte von Avenir Suisse, sowie der Ökonom Wolf Zinkl.

Dieser Artikel erschien in «awp Finanznachrichten» vom 17. April 2012.