Das Medianalter der tatsächlich Abstimmenden liegt bei rund 60 Jahren, wie neue Berechnungen von Avenir Suisse belegen. Mit anderen Worten: Die Hälfte aller Personen, die abstimmen, ist über 60 Jahre alt. Seit dem Jahr 2000 ist das Medianalter um sieben Jahre angestiegen. Damit unterscheiden sich die tatsächlich Abstimmenden zunehmend von der übrigen Bevölkerung:

  • Die Gesamtbevölkerung ist im Median rund 43 Jahre alt.
  • Das Medianalter der Stimmberechtigten liegt bei 53,5 Jahren.
  • Die tatsächlich Abstimmenden sind nochmals gut sechs Jahre älter. Der Grund: Ältere Stimmberechtigte beteiligen sich doppelt so häufig an Abstimmungen wie jüngere.

Die Ergebnisse der Analyse helfen, politische Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit einzuordnen. Wenn der Medianabstimmende 60 Jahre alt ist, überrascht es kaum, dass eine Vorlage wie die 13. AHV-Rente eine Mehrheit fand. Die Veränderung der Altersstruktur verschiebt das politische Gewicht hin zu den Präferenzen älterer Jahrgänge. In Zukunft ist daher mit mehr Umverteilung zugunsten älterer Generationen zu rechnen.

In der Analyse werden verschiedene Vorschläge diskutiert, wie man auf diese Situation reagieren könnte. Dazu zählen ein Stimmrecht für 16-Jährige oder für Ausländer. Unsere Analyse zeigt jedoch, dass damit neue Herausforderungen entstünden und gleichzeitig das Medianalter der Abstimmenden nur geringfügig sänke. Noch stärker eingreifende Massnahmen sind zudem demokratiepolitisch fragwürdig.

Das hohe Medianalter der Abstimmenden muss nicht per se ein Problem sein. Es ist aber eine Realität, die es bei politischen Weichenstellungen zu beachten gilt – besonders dann, wenn Kosten und Nutzen von Reformen zwischen den Generationen unterschiedlich verteilt sind.