Verjüngungskur für die Altersvorsorge
Vorschläge zur Reform der zweiten Säule
September 2012 | Pageviews: 2867 | Von Jérôme Cosandey und Alois Bischofberger
Das sozio-ökonomische Umfeld hat sich seit der Einführung des Obligatoriums der beruflichen Vorsorge 1985 stark verändert. Die Individualisierung der Gesellschaft, die Alterung der Bevölkerung und tiefere Renditen am Kapitalmarkt stellen das Sozialwerk vor wichtige Herausforderungen. Die gesetzlichen Grundlagen haben mit dieser Entwicklung nur zum Teil Schritt gehalten.
Im neuesten Buch von Avenir Suisse plädieren die Autoren für eine umfassende Reform mit mehr Gestaltungsspielraum für die Arbeitnehmer, einer nachhaltigen Finanzierung der Vorsorgeeinrichtungen und einer Vereinfachung der Regulierung. Vor dem Hintergrund der angelaufenen Debatte über die Zukunft der zweiten Säule wollen sie einen Diskussionsbeitrag aus liberaler Sicht leisten.
Die wichtigsten Reformvorschläge in Kürze:
- Die Versicherten sollten im gesamten Überobligatorium die Anlagestrategie selbst bestimmen und mittelfristig auch die Vorsorgeeinrichtung frei wählen können.
- Der Umwandlungssatz sollte entpolitisiert werden, damit er in Zukunft nicht mehr der Realität hinterherhinkt und überhöhte Renten auslöst.
- Die Pensionskassenlandschaft ist zu heterogen. Um einen echten Vergleich von Verwaltungskosten und Deckungsgraden zu ermöglichen, sollten diese genau und allgemeinverbindlich definiert werden. Schliesslich würde die Zentralisierung der Aufsicht und der Verzicht auf die Sonderbehandlung der öffentlich-rechtlichen Pensionskassen gleiche Voraussetzungen für alle Vorsorgeeinrichtungen schaffen.
Verlag : Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2012, 185 Seiten, ISBN 978-3-03823-806-5278, Fr. 38
Download : Pressecommuniqué
Kontakt : Avenir Suisse , +41 (44) 445 90 00
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Die bestehende Altersvorsorge ist klar besser als in anderen Ländern. Dies sollte uns jedoch nicht abhalten, einige Anpassungen vorzunehmen.
Freie Pensionskassen-Wahl: Dadurch würde der Wettbewerb unter den PK’s verstärkt, Transparenz und tiefere Verwaltungskosten wären die Folge.
Automatische Anpassung des Umwandlungssatzes: Dadurch würde auf die steigende Lebenserwartung Rücksicht genommen. Innerhalb von 10 Jahrgängern ist eine schwarze Null anzustreben.
Die Anlagestrategie kann individuell bestimmt werden: Dadurch kann jeder Versicherte seine Risikofähigkeit und dessen Alter berücksichtigen.
Beitragspflicht ab 20 Jahren: Damit würde die Altersvorsorge auch für solche die sich später scheiden lassen oder in jungen Jahren Kinder haben, nachhaltig gestärkt (Zinseszins-Effekt).
Die im Alter progressiv ansteigenden Beitragsprozente reduzieren und Freibetrag erhöhen: Damit stiege die Arbeitsmarkt-Fähigkeit auch für ältere Personen, individuelles Sparen würde stärker gefördert.
Hoffen wir, dass Eigenverantwortung künftig wieder wertvoller als delegierte Unsicherheit geschätzt wird. Liebe Grüsse
Guten Tag, ich habe es auch als sehr stossend empfunden, dass jemand einfach leer ausgeht, dessen Pensionskasse pleite geht oder sich verspekuliert. Ich möchte selber bestimmen, ob mit meinem Pensionskassengeld spekuliert wird und bei welcher Pensionskasse ich das Geld anlegen möchte. Hier wird der Bürger noch bevormundet, also als nicht mündig betrachtet.
Bitte beachten sie auch das Zins und Zinseszins system, dem wir grossen Wohlstand opfern. Dieses System bringt eine stetige Umverteilung, die Oben nehmen zu, die Unten nehmen ab. So einfach ist diese Rechnung. Wir werden aber dumm gehalten. Thats the problem. Liebe Grüsse. B. Bossart