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20 22

Jahresbericht


Vorwort

«Es gilt, die Rolle unseres Landes in der internationalen Gemeinschaft zu festigen», haben wir vor genau einem Jahr an dieser Stelle geschrieben. Leider können wir diesbezüglich wenig Erfolge vermelden, im Gegenteil. Das Image der Schweiz hat zwölf Monate später weitere Kratzer abbekommen, etwa im Bereich der Neutralität. Ob sie richtig oder falsch ausgestaltet sei, muss die Politik entscheiden – Tatsache ist, dass die Definition unserer Neutralität im Ausland angesichts des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs von Russland gegen die Ukraine immer weniger verstanden wird. Ein proaktives Agieren in einer Welt im Umbruch fehlt unter der Bundeshauskuppel.

Das strategische Vakuum zeigt sich auch im Verhältnis zu unserer wichtigsten Handelspartnerin, der Europäischen Union: Verzweifelt gesucht wird weiterhin ein innenpolitischer Kompromiss, um unser Verhältnis mit der Europäischen Union wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Davon hängt nichts weniger als unser Wohlstand ab.

Ein neuer Klecks im schweizerischen Reinheft ist leider auch der Niedergang der Credit Suisse. Immerhin gegen aussen hin hat die Schweiz bei diesem Thema nicht gepatzt. Doch mit der staatlich orchestrierten Übernahme der CS durch die UBS ist die liberale Ordnung im Bankenland Schweiz empfindlich tangiert.

Vollumfänglich im internationalen Mainstream scheint sich die Schweiz hingegen in der Klimapolitik zu bewegen. Anstatt effektive und effiziente Lösungen umzusetzen, wird mit Subventionsgeldern ineffiziente Symbolpolitik betrieben, die fast allen nützt – dem Klima allerdings am wenigsten.

Wir von Avenir Suisse glauben an das Sprichwort des steten liberalen Tropfens, der den Stein des Etatismus höhlt. Wir setzen uns weiterhin gegen Stillstand, blinden Aktionismus, Symbolpolitik und Scheinlösungen ein. Unser Think-Tank verfolgt das Ziel, risikoreiche Entwicklungen für unser Land zu benennen und marktwirtschaftliche Lösungsvorschläge zu unterbreiten und nimmt dafür Kritik gerne in Kauf. Wir unterlegen unsere Analysen mit ökonomischen Fakten und setzen uns ein für effektive und effiziente Reformen, die möglichst allen nützen: Arbeitnehmerinnen ebenso wie Arbeitgebern, dem Klima genauso wie der Gesellschaft allgemein. Wie nötig das ist, zeigen die erwähnten Beispiele.

Die brennendsten Herausforderungen kann nur eine prosperierende Wirtschaft bewältigen. Dass eine Spaltung der Gesellschaft, wie wir sie in zahlreichen westlichen Ländern beobachten müssen, in der Schweiz bisher ausgeblieben ist, hat viel mit dieser Prosperität zu tun. Sie gründet auf einer konsensorientierten und integrierenden, also liberalen Wertehaltung.

Deshalb wiederholen wir, was wir schon letztes Jahr proklamiert haben: Es gilt, die Rolle unseres Landes in der internationalen Gemeinschaft zu festigen. In splendid isolation können wir nichts ausrichten – nicht einmal unser eigenes Wohlergehen wäre damit garantiert.

Impact

Key Figures

Eigene Darstellung

Finanzen

Der Infrastruktur- und Betriebsaufwand ist im Berichtsjahr 2022 von 590’736 auf 886’048 Fr. gestiegen. Dieser ausserordentliche Anstieg ist auf den Umzug in die neuen Räumlichkeiten im Puls 5 und die damit verbundenen Kosten und Investitionen zurückzuführen. Im Gegenzug konnte der Innenausbau der alten Büros per 31. Dezember 2021 komplett abgeschrieben werden. Dies reduzierte die Abschreibungskosten von 351’419 Fr. auf 36’467 Franken. Die Ausgaben im Bereich Programme und Forschung fielen mit 332’340 Fr. (Vorjahr 377’586 Fr.) leicht tiefer aus, da durch digitale Publikationen Druckkosten vermieden werden konnten. Leicht angestiegen ist der Aufwand für Anlässe und Investor Relations – von 120’105 Fr. im Jahr 2021 auf 132’592 Franken. Von 3’951’555 im Vorjahr auf 4’008’721 Fr. leicht gewachsen ist der naturgemäss wichtigste Posten Personalaufwand. Insgesamt wurde der vorgegebene Budgetrahmen von 5,5 Mio. Fr. eingehalten.

Eigene Darstellung, *Inklusive Zahlen von Avenir Jeunesse

Kommunikation

Die Auftritte an Konferenzen und Panels hatten nach den pandemiebedingten Beschränkungen bereits 2021 wieder zugenommen. In Berichtsjahr 2022 stieg die Anzahl Auftritte um knapp ein Zehntel auf 177 weiter an. Ein wachsender Fokus auf elektronische und digitale Medien erlaubte es der Kommunikation, die Inhalte von Avenir Suisse und Avenir Jeunesse vermehrt auf unseren Social-Media-Plattformen zu verbreiten. Dies spiegelt sich in einem deutlichen Anstieg der Video-Aufrufe und Podcast-Plays sowie in steigenden Follower-Zahlen bei Twitter, LinkedIn, Facebook, Instagram sowie auf den diversen Podcast-Kanälen. Wir nahmen durch diesen strategischen Entscheid bewusst einen kleinen Rückgang bei den Webseiten-Aufrufen in Kauf. Gleichzeitig wurden die Webseiten-Inhalte übersichtlicher geordnet und das Design gestrafft, so dass wir mit einem Wiederanstieg der Besucherfrequenz im Jahr 2023 rechnen dürfen.

Eigene Darstellung

Förderstiftung

Die Aufgabe der Förderstiftung ist es, die Finanzierung von Avenir Suisse durch aktives Fundraising nachhaltig zu sichern. Im Berichtsjahr 2022 konnten 13 neue Fördererinnen und Förderer dazugewonnen werden; 28 bestehende Förderer haben ihr Engagement turnusgemäss erneuert. Insgesamt fördern 155 Firmen und Privatpersonen unsere Aktivitäten und tragen so zur ausgewogenen Verteilung der Branchen bei. Die Mitglieder des Förderkreises unterstützen den Think-Tank mit einmaligen oder wiederkehrenden namhaften Beiträgen.

Chronologie

https://www.avenir-suisse.ch/jahresbericht-2022