Karl Popper (1902-1994)  war mit seiner Theorie der offenen Gesellschaft  ein vehementer Verfechter der Demokratie. Seine Gedanken zur demokratischen Staatsform oder zur Bedeutung einer toleranten Grundhaltung sind zeitlos, und sie stimmen nachdenklich, besonders vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Ägypten:

«Bei der Intoleranz hat die Toleranz ihre Grenzen» - Zitat von Karl Popper

Karl Popper (1902-1994) – Bildquelle: Wikimedia Commons

«Eine menschliche Gesellschaft ohne Konflikte kann es nicht geben. Eine solche Gesellschaft wäre nicht etwa eine Gesellschaft von Freunden, sondern von Ameisen.»

«Der Rationalismus  ist also mit der Idee verbunden, dass der andere das Recht hat, gehört zu werden und seine Argumente zu verteidigen. Das bedeutet, dass der Rationalismus auch die Forderung nach Toleranz enthält, zumindest für alle  jene, die nicht selbst intolerant sind. Man tötet keinen Menschen, wenn man gewöhnt ist, zuerst seine Argumente  anzuhören.»

«Voltaire begründet die Toleranz damit, dass wir einander unsere Torheiten vergeben sollen.  Aber eine weitverbreitete Torheit, die der Intoleranz, findet Voltaire, mit Recht, schwer zu tolerieren. In der Tat, hier hat die Toleranz ihre Grenzen. Wenn wir der Intoleranz den Rechtsanspruch zugestehen, toleriert zu werden, dann zerstören wir die Toleranz und den Rechtsstaat. Das war das Schicksal der Weimarer Republik.»

«Die Verteidigung der Demokratie muss darin bestehen, dass man antidemokratische Experimente viel zu kostspielig macht für alle, die sie versuchen wollen; viel kostspieliger auf jeden Fall als einen demokratischen Kompromiss.»

Diese Zitate von Karl Popper stammen aus dem Buch «Philosophie der freien Gesellschaft – Ein- Karl-Popper -Brevier» von Hardy Bouillon (Hrsg.), publiziert in der Reihe «Meisterdenker der Freiheitsphilosophie» bei NZZ Libro. Gerhard Schwarz ist, zusammen mit Gerd Haberman, Herausgeber dieser Reihe.