Die Rücküberweisungen von in der Schweiz lebenden Migranten in ihre Herkunftsländer belaufen sich auf 5 Mrd. Fr. pro Jahr. Diese Zahlungsströme waren in der Vergangenheit stabiler als Direktinvestitionen.

Geldüberweisungen von Migranten in ihre Herkunftsländer, sogenannte Rimessen, bilden aufgrund ihres bedeutenden Volumens und ihrer relativen Stabilität einen wichtigen Teil des Einkommens der Empfänger vor Ort. Darüber hinaus sind Rimessen als besonders gute «Entwicklungsgelder» einzustufen: Das Geld gelangt direkt zu den Betroffenen, ohne dass sich zuerst der Staat in den Empfängerländern daran bedient.

Gemäss Weltbankökonomen betrug das globale Volumen solcher Überweisungen im Jahr 2010 rund 300 Mrd. Fr., bis 2013 soll es auf 400 Mrd. Fr. steigen. In den ärmsten Ländern dieser Erde machen Rimessen im Durchschnitt 6% des Volkseinkommens aus. In manchen ist dieser Anteil aber noch viel höher, so zum Beispiel in Tadschikistan, wo er im vergangenen Jahr 35% des Bruttoinlandprodukts betrug. Sogar während der letzten Finanzkrise erwiesen sich die Rimessen für die Entwicklungsländer als sehr stabile und sichere Einkommensquellen, während die Direktinvestitionen um mehr als einen Drittel zurückgingen.

Mit einem Volumen von rund 5 Mrd. Fr. sind die Rücküberweisungen von in der Schweiz lebenden Migranten mehr als doppelt so hoch wie die staatliche Entwicklungshilfe, mehr als zehnmal so hoch wie die private Entwicklungshilfe der Nicht-Regierungsorganisationen und fast gleich bedeutend wie die Schweizer Direktinvestitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Bezieht man die Rimessen mit ein, schrumpft der Anteil der staatlichen Entwicklungshilfe an der gesamten Schweizer Unterstützung in ärmeren Ländern auf unter 20%.