Die obere Hälfte der Schweiz, Gebiete über 1080 m Seehöhe, ARE

Auf den ersten Blick hat die Schweiz keine aussergewöhnlich hohe Bevölkerungsdichte. Mit 188 Einwohner/km2 leben hierzulande weniger Menschen auf einem Quadratkilometer als in Deutschland oder Italien (229 bzw. 201 Einwohner/km2). Nimmt man jedoch das Nachbarland Österreich als Massstab – mit fast gleicher Einwohnerzahl und ähnlicher Topografie –, so drängen sich in der Schweiz fast doppelt so viele Menschen auf dem Quadratkilometer. Noch dichter besiedelt erscheint die Schweiz, wenn man die Bevölkerungszahl ins Verhältnis setzt zur tatsächlich besiedelbaren Fläche.

Gemäss der Arealstatistik über die Flächennutzung sind 26% der Schweiz unproduktives Gelände (Gewässer, hochalpine Gebiete etc.). Weitere 31% sind Wälder, deren Nutzung zu Siedlungszwecken laut eidgenössischem Waldgesetz nicht möglich ist. Theoretisch wäre aber zumindest ein Teil davon besiedelbar. Von der Flächennutzung her wären demzufolge zwischen einem Drittel und der Hälfte der Landesfläche nicht besiedelbar. Ein anderes Kriterium ist die Topografie: Die Hälfte der Landesfläche liegt über 1080 m (siehe Abb.), wo nur sehr wenige Menschen leben. Auch in den Gebieten unter 1000 m sind einige Flächen nicht besiedelbar, wie etwa die Seen (5% der Fläche). Gemessen an der Topografie wären somit wohl eher 40% bis 50% der Schweiz nicht besiedelbar.

Wie dicht die Schweiz tatsächlich besiedelt ist, zeigt sich im Mittelland: Zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung konzentrieren sich im Gebiet zwischen Jura und Alpenbogen, das nur einen Drittel der Landesfläche ausmacht. Dort beträgt die Einwohnerdichte 426 Personen/km2 und damit etwa so viel wie in den Niederlanden – dem am dichtesten besiedelten Flächenstaat Europas. Genaugenommen hat Holland eine Einwohnerdichte von 397 Personen/km2, berücksichtigt man nur die Landfläche (ohne Gewässer) sind es 487 Personen/km2. Bei derartigen Dichten wird der Raum knapp, die konkurrierenden Nutzungsansprüche an die Ressource Boden sind vielfältig. Entsprechend wichtig wird eine vorausschauende Raumplanung, die solche Nutzungskonflikte löst oder zumindest entschärft.