Friedrich August von Hayek (1899 – 1992) war einer der bedeutendsten Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Im Mittelpunkt seines Ideengebäudes stand die Theorie der spontanen Ordnung mit den Elementen Freiheit, Eigentum und «Wettbewerb als Entdeckungsverfahren». Den Nobelpreisträger hätte die aktuelle Eurokrise kaum überrascht, vermutlich hätte er sie sogar erwartet. Denn nationalen Währungen traute er kaum, internationalen noch weniger. 

Friedrich August von Hayek (Quelle: Wikimedia Commons)

Friedrich August von Hayek (Quelle: Wikimedia Commons)

«Wenn die Abschaffung des Regierungsmonopols zu dem allgemeinen Gebrauch verschiedener, konkurrierender Währungen führte, dann wäre dies schon an sich eine Verbesserung gegenüber einem staatlichen Geldmonopol, das ohne Ausnahme missbraucht worden ist, um die Bürger zu betrügen und zu täuschen. Die Regierung wäre dann nicht nur eines der Hauptmittel beraubt, der Wirtschaft zu schaden und Individuen Restriktionen ihrer Freiheit zu unterwerfen, sondern auch einer der Hauptursachen der ständigen Geldmengenerweiterung … Geld muss primär vor dem Staat geschützt werden … Es gibt keine Rechtfertigung für den eifrig gehegten Mythos, dass es innerhalb eines gegebenen Territoriums eine einheitliche Art von Geld oder gesetzlichem Zahlungsmittel geben muss … Wir werden solange kein anständiges Geld bekommen, bis es anderen frei steht, uns ein besseres anzubieten als die jeweils herrschende Regierung.»

« … Der Hauptmangel des Marktsystems und damit der Grund für wohlgerechtfertigte Vorwürfe – nämlich seine Empfänglichkeit für wiederkehrende Perioden von Depression und Arbeitslosigkeit – ist eine Konsequenz des uralten Regierungsmonopols der Geldemission… Ich habe nun überhaupt keinen Zweifel mehr, dass privates Unternehmertum, wäre es nicht von Regierungen daran gehindert worden, das Publikum schon seit langem mit einer Auswahl an Währungen hätte versorgen können und versorgt haben würde, von denen diejenigen, die sich im Wettbewerb durchgesetzt hätten, von Grund auf stabil gewesen wären und sowohl eine aussergewöhnliche Expansion von Investitionen als auch die nachfolgenden Perioden der Kontraktion verhindert hätten.»

«Eine einzige internationale Währung ist in vieler Hinsicht nicht besser, sondern schlechter als eine nationale Währung, falls sie nicht besser gemanagt wird.»

«Wenn die Öffentlichkeit einsähe, welchen Preis sie mit der periodischen Inflation und Instabilität für die Bequemlichkeit zahlt, bei den gewöhnlichen Geschäftstransaktionen nur mit einer Geldart umgehen und nicht gelegentlich überlegen zu müssen, ob der Gebrauch einer anderen als der gewohnten Geldart vorteilhafter wäre, dann würde sie diesen Preis wahrscheinlich als viel zu hoch ansehen.»

Diese Zitate von Friedrich August von Hayek stammen aus dem Buch «Philosophie der Freiheit – Ein Friedrich-August-von-Hayek -Brevier» von Gerd Habermann (Hrsg.), publiziert in der Reihe «Meisterdenker der Freiheitsphilosophie» bei NZZ Libro.

In dieser Artikelreihe über Klassiker der liberalen Schule, deren Aussagen bis heute Gültigkeit haben, erscheinen auch Texte von Adam SmithBenjamin ConstantLord ActonLudwig von Mises, Alexander Rüstow, Wilhelm RöpkeLudwig Erhard sowie Milton Friedman.