Auch im Kanton St. Gallen gibt es in den “Zukunftsbranchen” nur wenig Lehrstellen  (Quelle: Statistik Kt. St. Gallen/Avenir Suisse)

Am 8. Juni  2011 setzte Avenir Suisse ihre «Tour de Suisse» zur Berufslehre fort. Mit dem Verein Chance Industrie Rheintal, der Hans Huber Stiftung und dem Verein St. Galler Rheintal wollte Avenir Suisse die Perspektiven der Berufsbildung im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung diskutieren.

Dieses Thema stiess gerade im Chancental Rheintal auf grosses Interesse, wo nahezu 80% der Jugendlichen eine Lehre absolvieren. Fast 130 Publikumsteilnehmer aus Wirtschaft, Verwaltung und Bildung belegten mit ihrer Präsenz diese überragende Bedeutung.

Patrik Schellenbauer stellte in einem Inputreferat die von Avenir Suisse im November 2010 publizierte Studie «Die Zukunft der Lehre» vor und machte darauf aufmerksam, dass der Berufslehre durchaus Erfolge beigemessen werden dürfen. Ihre künftige Entwicklung müsse aber, gerade in einem globalisierten Kleinstaat wie der Schweiz, in einem globalen Kontext betrachtet werden.

Avenir Suisse Anlässe 8. Juni 2011 Podiumsdiskussion zur Zukunft der Lehre in WidnauAuf dem Podium sassen hochkarätige Vertreter aus den Bildungs- und Wirtschaftsbereichen: Regierungsrat Stefan Kölliker, Vorsteher des Bildungsdepartements Kanton St. Gallen, Professor Dr. Rolf Dubs, Universität St. Gallen, Albert Koller, Leiter Personal/Vizedirektor der Jansen AG sowie Dr. Rudolf Walser, Avenir Suisse.  Diana Bula, Redaktorin beim «St. Galler Tagblatt» moderierte die Diskussion.

Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass sich das duale Bildungssystem in der Schweiz bewährt hat und kein Auslaufmodell ist. Reformbedarf gäbe es aber durchaus. Die einzelnen Ausbildungen müssten attraktiver gestaltet werden. So sollten auch «Zukunftsbranchen» wie IT und andere Dienstleistungen gefördert werden. Koller ergänzte, dass auch mehr Frauen für naturwissenschaftliche und technische Berufe begeistert werden sollten.
Regierungsrat Kölliker betonte zudem, dass neben den Unternehmen auch die Eltern bei der Berufswahl eine gewichtige Rolle einnehmen müssen. Sie sollen sich vom Prestigedenken abwenden und ihre Kinder für eine Lehre motivieren. Denn das Studium an einer Hochschule sei keine Karrieregarantie.

Alle vier Podiumsteilnehmer schätzten die Chancen der Berufslehre gut ein, solange Politik, Wirtschaft und die Bildungsverantwortlichen offen für den Diskurs seien.