Dieser Blog beruht auf alten Daten des Avenir-Suisse-Freiheitsindexes. Werte und Aussagen können daher minimal von der aktuellen Ausgabe des Avenir-Suisse-Freiheitsindex abweichen.Auch in der diesjährigen Ausgabe des interaktiven Avenir-Suisse-Freiheitsindexes liegt der Kanton Aargau an der Spitze – sein engster Verfolger, der Kanton Schwyz, hat aber erneut Boden gutgemacht. Weiterhin bildet Genf das Schlusslicht und muss mit dem Prädikat «unfreister Schweizer Kanton» belegt werden.

Mit nur einem Click gelangen Sie zum Avenir-Suisse-Freiheitsindex....

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Zum fünften Mal in Folge wird der Avenir-Suisse-Freiheitsindex vom Kanton Aargau angeführt, obschon der Kanton im Vergleich zu 2012 Indexpunkte verliert und insgesamt noch 77 von 100 möglichen Punkten erreicht. Weil die Verfolger Schwyz, Glarus und Appenzell-Innerrhoden im Vergleich zu 2012 weniger Punkte verlieren (Appenzell-Innerrhoden), ihre Punkte halten können (Schwyz) bzw. Punkte dazugewinnen (Glarus), können sie gegenüber dem Kanton Aargau Boden gutmachen. Werden die zivilen und ökonomischen Freiheiten einzeln betrachtet, ergibt sich ein leicht anderes Bild: Der Kanton Aargau belegt in den beiden Sub-Indikatoren jeweils nur den zweiten Platz. Mit Blick auf die ökonomischen Freiheiten hat der Kanton Schwyz den Aargau bereits 2011 überholt. Bei den zivilen Freiheiten führt der Kanton Jura das Ranking seit 2007 an.

Viel Bewegung, aber keine Neuzugänge in den Top Ten

Auffallende Veränderungen ergeben sich auf den Rängen 5 bis 10, auch wenn keine neuen Kantone in die Top Ten vorstossen konnten (vgl. Abbildung). Grösster Gewinner ist der Kanton Basel-Landschaft, der dank gesundenden Kantonsfinanzen und kürzeren Baubewilligungsverfahren von Rang 10 auf Rang 5 vorrückt. Auch der Kanton Basel-Stadt macht dank der besseren Situation der Kantonsfinanzen und liberaleren Ladenöffnungszeiten 3 Plätze gut und schliesst 2013 auf Rang 6 ab. Den deutlichsten Abstieg innerhalb der Top Ten erfährt der Kanton Appenzell-Ausserrhoden, der vier Positionen einbüsst und auf Rang 10 abrutscht. Gründe dafür sind die gestiegene Staatsquote, mehr fix installierte Radargeräte und länger dauernde Baubewilligungsverfahren.2015-12_Rangverschiebungen im Freiheitsindex_DE_330px

 Wallis und Obwalden – Zwei deutliche Verlierer im Mittelfeld

Das Mittelfeld wird, wie auch 2012, von den Kantonen Tessin und Zug angeführt. Beide Kantone entsprechen mit einem Indexwert von 50 genau dem Schweizer Durchschnitt. Während der Kanton Tessin tatsächlich bei den zivilen wie auch bei den ökonomischen Freiheiten im Mittelfeld liegt, kommt der Indexwert beim Kanton Zug durch eine Mischung aus überdurchschnittlich freiheitlicher ökonomischer und unterdurchschnittlich restriktiver ziviler Ordnung zustande. Im Mittelfeld sticht vor allem die Veränderung bei den Kantonen Wallis und Obwalden ins Auge. Das Wallis verliert aufgrund einer steigenden Staatsquote und schlechter bewerteten Kantonsfinanzen vier Plätze und rutscht auf Rang 17 ab. Ebendiesen Platz hatte im Jahr 2012 noch der Kanton Obwalden inne, der jedoch im Vergleich zum Vorjahr massiv an Terrain verlor und im diesjährigen Freiheitsranking den 24. Rang belegt. Positiver fallen die Kantone Luzern und St. Gallen auf, die beide dank besser bewerteten Kantonsfinanzen im Ranking aufstiegen.

Wenig Neues am Tabellenende

Dem Kanton Bern gelang – dank einer Gesundung der Kantonsfinanzen – im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Verbesserung von Rang 23 auf Rang 18. Auch der Kanton Uri kann dank weniger staatlicher Wohnbauinvestitionen, einer tieferen Steuerausschöpfungsquote und besser bewerteten Kantonsfinanzen immerhin vom zweitletzten Platz auf Rang 23 vorrücken. Abgesehen davon sind die Kantone, die jeweils in leicht ändernder Reihenfolge am Tabellenende auftauchen, seit einigen Jahren dieselben. Den Kantonen Thurgau, Graubünden, Neuenburg, Uri und Genf scheint es nicht zu gelingen, hinsichtlich ziviler und ökonomischer Freiheiten zu den restlichen Schweizer Kantonen aufzuschliessen. Am deutlichsten zeigt sich dies beim Kanton Genf, der seit 2007 den letzten Rang belegt und 2013 in beiden Sub-Indizes auf den Schweizer Durchschnittskanton rund 25 Punkte verliert.

 

Der Avenir-Suisse-Freiheitsindex: Ein interkantonaler Vergleich ziviler und ökonomischer Freiheiten in den Schweizer Kantonen

Seit Jahren nimmt die Schweiz in wichtigen internationalen Freiheitsrankings Spitzenpositionen ein. Um die Freiheit ist es in unserem Land also gut bestellt. Gemeinsam ist aber allen internationalen Indizes, dass sie dem in der Schweiz gelebten Föderalismus und den daraus resultierenden freiheitlichen Unterschieden zwischen den Kantonen kaum Rechnung tragen. Der Avenir-Suisse-Freiheitsindex, der 2011 zum ersten Mal publiziert wurde, will dieses Manko ausgleichen: Er bildet 21 ökonomische und zivile Indikatoren ab und erlaubt einen transparenten, direkten Vergleich der Kantone punkto Akzeptanz und Ausprägung freiheitlicher Prinzipien. Neben ökonomischen Tatbeständen wie der Steuerbelastung einer Durchschnittsfamilie, der Staatsquote, den Gastgewerbegebühren oder kantonalen Monopolen werden auch zivile Indikatoren herangezogen: Gibt es freie Schulwahl? Wie viele fixe Radaranlagen sind installiert? Wie lange dauert im Durchschnitt die Erteilung einer Baubewilligung? Aus Gründen der Datenverfügbarkeit wird der Index jeweils mit einer Verzögerung von zwei Jahren berechnet, d.h. im Jahr 2015 wird das Rating für das Jahr 2013 publiziert.

Für die Berechnung des diesjährigen Freiheitsindexes wurden gegenüber den Vorjahren zwei Anpassungen vorgenommen (vgl. dazu auch Zusatzinformationen): Einerseits wurde eine neue Zusammenstellung der Daten aus dem Baublatt für die Berechnung des Sub-Indexes «Dauer der Baubewilligungen» verwendet. Anderseits wurde die Bewertung des Indikators «Freie Schulwahl» leicht angepasst, um eine Verzerrung zu verhindern. Neu wird nur noch die Gewährung kantonaler Beiträge an private Schulen positiv bewertet, nicht jedoch deren konkrete Höhe. Beide Anpassungen wurden rückwirkend bis 2007 vorgenommen, was für gewisse Kantone leichte Verschiebungen in den Rangierungen vergangener Jahre bewirkt hat.

Link zur Medienmitteilung (PDF)