Früher war nicht alles besser

Die globale Ungleichheit nimmt ab

Die exzessive Berichterstattung über die Entwicklung der Ungleichheit zwischen Arm und Reich erweckt oftmals den Eindruck, dass sich die Welt in eine ungünstige Richtung bewegt. Dieser Eindruck, der wohl auf einer Verallgemeinerung der Entwicklung in einigen (aber längst nicht in allen) Ländern beruht, lenkt von der eigentlichen Erfolgsgeschichte ab: Die Welt, in der wir leben, ist in den letzten zwei Jahrhunderten deutlich gleicher geworden.
Das zeigt diese Grafik, die an «Our World in Data» anlehnt und auf Zahlen der OECD basiert. Sie betrachtet die Einkommensverteilung aller Bürger dieser Welt, der «world citizens», berechnet in internationalen, kaufkraftbereinigten Dollar (zu Preisen von 1990). Die Entwicklung lässt einen staunen: Früher war nicht alles besser – ganz im Gegenteil. Der Weg verlief aber keineswegs gradlinig, klicken Sie sich durch.


Die aggregierten Daten zeigen also eine eindeutig positive Entwicklung der gesamten Welt. Dennoch sind einige relativierende Worte angezeigt: Dieses Bild ist stark geprägt von der Entwicklung in den bevölkerungsreichen Staaten Indien und China. Nicht alle Länder haben im gleichen Masse aufgeholt – aus unterschiedlichen Gründen. Insgesamt ist die Entwicklung der letzten Jahre aber sehr erfreulich, weil einerseits das weltweite Medianeinkommen deutlich gestiegen ist und andererseits heute sehr viel weniger Personen in extremer Armut leben als vor 180 Jahren – und das, obwohl die Weltbevölkerung stark gewachsen ist.

Zusätzliche Informationen
Daten und Interpretation

 Glossar/Definitionen

  • Internationale Dollar (zu Preisen von 1990). Unterschiedliche Preisniveaus in verschiedenen Ländern und Inflation im Laufe der Zeit machen Vergleiche schwierig. Diese Messeinheit kontrolliert für diese beiden Verwerfungen.
Teil des Beitrags:

Wie gut geht es uns?

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