Chancen-Gesellschaft

Flüchtlingsintegration: Milestones und Herausforderungen

Think-Tank-Summit 2021 Cornelia Lüthy, Vizedirektorin Staatssekretariat für Migration (SEM)

2.2.2021, 9:02

In nachhaltige Integration zu investieren ist eine Herausforderung, die durch die Covid-19-Pandemie noch verstärkt wurde, sagte Cornelia Lüthy, Vizedirektorin des Staatssekretariats für Migration (SEM) in ihrer Keynote am Think-Tank-Summit 2021. Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen verzeichneten in der Schweiz eine gute und konstant wachsende Arbeitsmarktbeteiligung. In den ersten vier bis fünf Jahren betrage sie zwischen 20-30%, nach sieben Jahren bereits rund 50%. Unser Arbeitsmarkt sei anspruchsvoll und hoch kompetitiv, weshalb der Bildung und dem Training eine hohe Bedeutung zukomme.

Unsere Flüchtlingspopulation sei sehr jung – die Hälfte unter 25 Jahren alt. Das sei sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Sprachkenntnisse von Bewerbern die Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem lokalen Arbeitsmarkt verdoppeln. Deshalb würden sich staatliche Investitionen in Sprachschulungen unter dem Strich auszahlen.

Bezüglich der Covid-19-Pandemie sei es zu früh, sich zu den langfristigen Auswirkungen auf die Migration zu äussern. Kurzfristig hätten die Anti-Corona-Massnahmen die Immigrationszahlen einbrechen lassen. Das zeige, wie fragil unser internationales Rekrutierungssystem ist. Cornelia Lüthy zeigte in ihrer Präsentation Beispiele erfolgreicher Flüchtlingsintegration im ICT-Sektor und im Gesundheitswesen.

Abschliessend stellte sie fest, dass es gilt, in der Migrationspolitik das Potenzial an Arbeitskräften möglichst auszuschöpfen – und Flüchtlinge gehörten klar zu diesem Potenzial. Eine effektive Integrationspolitik müsse jedoch auch die Realitäten des lokalen Arbeitsmarktes berücksichtigen. In einem wettbewerbsorientierten Umfeld sei die Aus- und Weiterbildung von Migranten wichtig, um ihnen langfristige Jobperspektiven zu geben und den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes für Fachkräfte entgegenzukommen. Schlecht ausgebildete Flüchtlinge hingegen seien eine grosse Herausforderung. Es gelte, ihnen in Zusammenarbeit mit privaten Firmen und Institutionen Möglichkeiten in Wachstumsbranchen zu erarbeiten.

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